...möglicherweise gibt es ja in RZ nicht nur mich als an Literatur Interessierten und jemand
findet diesen Bericht hier interessant.
PARIS (dpa.) Rechtzeitig zum Jahrestag hat der französische Schriftsteller Frédéric Beigbeder
einen Roman vorgelegt, in dessen Mittelpunkt die Terroranschläge auf das World Trade Center
stehen.
Der Countdown beginnt um 8.30 Uhr: Carthew und seine beiden Söhne haben genau noch eine Stunde
und einundfünfzig Minuten zu leben, ehe sie aus dem 107. Stockwerk des ersten Turms des World
Trade Centers in New York springen werden. Unter dem Titel ""Windows on the World"" beschreibt der
französische Bestsellerautor Frédéric Beigbeder in seinem neuen Roman die letzten Momente einiger
der mehr als 2800 Menschen, die am 11. September 2001 Opfer des Flugzeugattentats auf das Symbol
für die Wirtschaftskraft Amerikas wurden.
Das Buch gilt nur wenige Tage nach seinem Erscheinen bereits als Spitzentitel der literarischen
Herbstsaison und als Favorit im Rennen um die renommierten französischen Literaturpreise, die in
wenigen Wochen vergeben werden. Auf Deutsch erscheint das 373 Seiten lange Werk erst 2004.
Der Pariser Erfolgsautor (""Neununddreißigneunzig"") beschreibt in 119 Kapiteln ""das
Unbeschreibliche"". Minute für Minute gibt Beigbeder die Gedanken und Beobachtungen des
Immobilienhändlers Carthew Yorston wieder, der mit seinen Söhnen, Jerry und David, im Luxus-
Restaurant ""Windows on the World"" beim Frühstück sitzt, als um 8.46 Uhr New Yorker Zeit die
Boeing 767 der Fluggesellschaft American Lines in das Wahrzeichen New Yorks fliegt. Von diesem
Moment an wohnt der Leser einem Drama bei, in dem sich Fiktion und Wirklichkeit mischen.
Der Roman beruht auf Zeitungsberichten, letzten Telefongesprächen zwischen den Opfern und deren
Angehörigen -und viel Vorstellungskraft. Eineinhalb Jahre hat Beigbeder an dem Buch gearbeitet,
das er selbst als Werk gegen amerikanische Selbstzensur verstanden wissen will. ""2801 Menschen
sind grausam gestorben, und was hat man im Fernsehen gesehen? Türme, die wie makellose Bodybags
in sich zusammen fallen. Das heißt, eine aseptische, fast schon klinische Version der Ereignisse."







