...was macht ein ganz gewöhnliches Spiel zu einem Kultspiel?
Ist es das Spielprinzip?
Dafür gibt es unzählige Beispiele. Man denke nur an Boulder Dash und die Unmengen an Clones, die
es gibt.
Oder ist es die perfekte technische Präsentation?
Auch dafür gibt es einige Beispiele, auch wenn der Ruhm dieser Spiele meist sehr schnell wieder
verblasst. Man erinnert sich vielleicht an Nights into Dreams auf dem Saturn. Ein relativ simples
Spiel, das aber für die damalige zeit phänomenale Grafik hatte...
Oder ist es die zu Grunde liegende Storyline?
Eine weitere gute Möglichkeit. Ich verweise mal dezent (grinsend) auf Elk Attack.
Oder aber das grundlegende Element von allen Dingen?
Charakter. Wie kultig sind manche Spiele unter anderem wegen ihrer Hauptcharaktere geworden?
Sofort fallen Charaktere wie Sonic, Mario und Bonk ein, die sogar zu Maskottchen ihrer Entwickler
geworden sind... Und was wären Rollenspiele ohne glaubwürdige Charaktere? Oder Adventures? Oder
Shoot'em ups?
*ungläubiges Raunen geht durch die verehrte Leserschaft*
Es stimmt, Ladies and Gentlemen, auch Shoot'em Ups können durch außerordentlich gutes Charakter-
design glänzen. Die meisten Vertreter des Genres glänzen zwar eher durch die Abwesenheit davon,
aber unser heutiger Kandidat ist definitiv nicht dazu zu zählen.
Allerdings ist die Geschichte ähnlich unkreativ wie in allen Shootern. Ein böses Wesen aus dem
Weltall...bla.
[Bitte diesen Absatz markieren. Ich habe die starke Vermutung, dass er als kürzester Absatz von
all meinen Reviews in die Geschichte eingehen wird.
Aero Fighters 2 ist ein reinrassiger Shooter. Alles, was man macht, ist schießen. Und natürlich
gegnerischen Angriffen ausweichen, da es ein eher schwieriges Spiel ist. Allein der letzte Boss,
oje... Aber wir schweifen ab. Dieses unheimlich komplexe Spielprinzip bedarf unbedingt weiterer
Erläuterung.
Aero Fighters 2 ist ein Horizontal-Scroller. Das heißt, man fliegt nicht von rechts nach links
wie in den Klassikern Gradius oder R-Type, sondern von unten nach oben, wie beispielsweis auch in
der bekannten Star Soldier-Serie. Jeder der acht verschiedenen spielbaren Charaktere hat eine
Hauptwaffe, die sich während des Spiels durch das Aufsammeln von Power-Up-Items in mehreren
Stufen aufrüsten lässt. Außerdem gibt es die obligatorische Smart-Bomb, die alles auf dem Screen
vernichten kann -und stellenweise auch noch äußerst fies aussieht... Von dieser Waffe hat man
anfänglich nur zwei zur Verfügung, kann sich aber durch Aufsammeln der in den Leveln zu findenden
Extra-Bomben einen netten Vorrat erhamstern. Ansonsten bleibt es bei dem klassischen Schießen und
Ausweichen.
zwei Bonus-Level, in denen man einfach nur alles abschießen muss, was einem in den Weg kommt.
[Hmm, das muss man doch sonst auch...? Oh, stimmt...]
Mit dem Unterschied, dass dabei nicht zurückgeschossen wird, im Gegensatz zu den normalen Leveln.
Sinnlos, aber hey, es ist ein Versuch, ein einfaches Spielprinzip komplexer zu gestalten... Oder
ein konplexes Spielprinzip einfacher zu gestalten...? Argh, bleiben wir dabei: Es ist sinnlos,
aber nicht zwingend negativ. Die Level sind wild über die gesamte Erde verteilt, so dass man nach
dem Ende des Spieles eigentlich gleich die geplante Weltreise absagen kann und lieber weiter für
den original Aero Fighters 2-Spielhallenautomaten spart.
Für ein NeoGeo-Spiel ist es keine besonders außergewöhnliche Grafik. Im Vergleich mit Pulstar
oder Blazing Star -zwei anderen NG-Shootern- sieht AF2 nicht mehr wirklich gut aus... Aber im
Vergleich mit den Shootern, die zur gleichen Zeit z.B. auf SNES oder MD erschienen, rockt es.
Die Gegner, anfangs noch eher konventionell gehalten in Form von Hubschraubern, Panzern und den
obligatorischen feindlichen Flugzeugen, sind gut gestaltet und bezeugen spätestens bei den Bossen
und den am Schluss auftauchenden Alien-Gegner eine gewisse durchgedrehte Kreativität der hehren
Designer.









