Bandit Kings of Ancient China

Ihr habt ein gutes ROM oder Abandongame zu empfehlen? Immer her damit, postet ein oder zwei Screenshots und schreibt euer kleines Review dazu!

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AJM/FTL
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Bandit Kings of Ancient China

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Bandit Kings of Ancient China
System : PC (DOS)
Erscheinungsjahr : 1989
Entwickler : Koei
Distributor : Koei / Infogrames (Europe)
Genre : Global Strategie (historisch / fictionla)
Bis zu 7 Spieler
Grafik : 6,55
Sound & Musik : 6,43
Gameplay : 8,83

Gesamtwertung : 7,89

Vielen Lesern wird wahrscheinlich schon die hohe Dichte an Reviews von mir zu Spielen der japanischen Firma Koei aufgefallen sein. Dieser Zustand hat mehrere Gründe, zum einen machen mir persönlichen die historischen Simulation bzw. Global Strategie Spiele einen riesigen Spaß und zum anderen machen sie das Herzstück meiner Spielesammlung aus. Die beiden populärsten Serien NOBUNAGA NO YABOU bzw. NOBUNAGA?S AMBITION und SAN GOKU SHI und ROMANCE OF THE THREE KINGDOMS habe ich ja schon behandelt. Auch die ersten beiden Episoden des pazifischen Teils der WORLD WAR Serie, TEITOKU NO KETSUDAN bzw. PACIFIC THEATER OF OPERATIONS, habe ich bereits vorgestellt (über Teil 3 und Teil 4 werde ich bei Gelegenheit berichten). Neben SAN GOKU SHI 2 ist aber gerade BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI mein absoluter Favorit aus dem Hause Koei. All diejenigen, die jetzt schon stöhnen: ?Nicht schon wieder dreißig Reviews! ?, kann ich beruhigen, BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI ist leider Gottes ein Einzeltitel. Auch erschienen leider nicht allzu viele Portierungen, was sehr schade ist, denn ich glaube viele Systemen hätte ein Auftritt dieses exzellenten Spiels nicht geschadet. Derzeit munkelt man, dass Koei einen Nachfolger für die aktuellen Konsolen und natürlich den PC plant. Wir werden sehen, ob sich die ?Masters of Strategy and Simulation? dazu durchringen können. Ich würde es auf jeden Fall begrüßen.

Da dieses Review etwas umfangreicher wird, als die üblichen 08/15 Berichte, möchte hier an dieser Stelle gerne die Gliederung etwas genauer vorstellen. BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI basiert, wie fast jedes Spiel aus dem Hause Koei auf historischen Fakten, deswegen werde ich für alle Laien in Sachen Chinesischer Geschichte die Ereignisse und Zusammenhänge der Epoche, in der BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI spielt, erläutern. Da das Spiel aber genauso wie SAN GOKU SHI bzw. ROMANCE OF THE THREE KINGDOMS auf einem Roman basiert und dieses Werk zu dem Besten, was China literarisch hervorgebracht hat, zählt werde ich ebenfalls alles Wissenswerte dazu berichten. Die ganze Arbeit mache ich mir auch, weil, wie sicherlich einige von Euch schon festgestellt haben, dieser Hintergrund auch als Basis für die GENSOU SUIKODEN Reihe von Konami dient. Zu diesen Spiele werde ich sobald ich die nötige Zeit finde ebenfalls Reviews verfassen und da wäre es doch praktisch schon ein Grundgerüst zu haben. Außerdem ist es doch immer wieder schön zu sehen, dass Computerspiele ihre User nicht nur verblöden oder gewalttätig machen, sondern auch eine Menge Wissen oder zumindest das Interesse an Wissen vermitteln. Ich jedenfalls würde ohne BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI von diese Ära der Chinesischen Geschichte und dem Roman nicht den Hauch einer Ahnung haben. Nach dem Ausflug in die Geschichte und die Literatur werde ich einen Überblick zu den einzelnen Portierungen liefern. Diesmal wird diese Prozedur nicht allzu lange dauern und wir können uns frohen Mutes auf das Gameplay stürzen. Vor dem Gesamturteil werde ich noch schnell auf die eventuellen technischen Unterschiede der einzelnen Versionen von BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI eingehen. Schon sind wir fertig und Ihr seid hoffentlich gut informiert und auch bisschen von dieser Perle des Electronic Gaming begeistert.

Die Geschehnisse in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI spielen in der sogenannten Ära der Fünf Dynastien (907 bis 1234), die auf den Untergang der Tang Dynastie (618 bis 907 nach Christus) folgte. Wie sich einige sicherlich erinnern können spielt die verwandte SAN GOKU SHI bzw. ROMANCE OF THE THREE KINGDOMS Reihe nach dem Untergang der Han Dynastie (206 vor Christus bis 220 nach Christus). Nach dieser lange Zeit der Wirren und Kriege, konnte erst wieder die Tang Dynastie für längere Zeit dauerhaft die Herrschaft und den Frieden im Lande sicher. Wir beginnen deshalb mit dem Untergang der Tang Dynastie und arbeiten uns bis zur Yuan Dynastie (1271 bis 1368 nach Christus), die wir alle aus Marco Polos Reiseberichten kennen sollten, vor.

Das ausgehende 9. Jahrhundert war in China wieder eine Zeit harter Kämpfe, vor allem mit zwei Rebellen im Osten des Reiches. 878 konnte der erste, Wang Xianji, besiegt werden, der andere, Huang Zhao hingegen konnte 881 Chang?an einnehmen. Es war wieder ein Angehöriger eines Fremdvolkes, nämlich der Türke Li Keyong, der die Dynastie vor dem Untergang bewahrte. Er und der Rebell Zhu Quanzhong bestimmten die Kämpfe um die untergehende Dynastie, und letzterer obsiegte schließlich. Er konnte sich 904 des Kaisers bemächtigen und Chang?an völlig zerstören. 907 erklärt er sich selbst zum Kaiser, und bis zum Jahr 908 hatte er alle Angehörigen der Tang Dynastie getötet.

Die fünf Dynastien lösten sich in rascher Folge ab und währten zusammen genommen gerade einmal 53 Jahre. Sie erstreckten sich auf das zentrale und südliche Gebiet Chinas, während zum ersten Mal in der Geschichte Chinas ein ?Barbar? im Norden wagte, selbst die Insignien kaiserlicher Würde anzunehmen. Dort gründet der Qidan Fürst Abaoji die Liao Dynastie. Diese bestand bis ins 12. Jahrhundert. Überworfen wurde sie von einem ehemals abhängigen Stamm, der die Jin Dynastie gründete. Währenddessen hatte sich in Zentral- und Südchina die Song Dynastie entwickelt, die von den Jin in den Süden verdrängt wurde. Beide Reiche wurden schließlich von den goldenen Horden Dschinghis Khans besiegt.

Die erste der fünf Dynastien war die (spätere) Liang Dynastie, die von Zhu Quanzhong gegründet wurde. Das Reich war zu dieser Zeit in viele unabhängige Königreiche gespalten, die die nominelle Vorherrschaft der Liang akzeptierten. Nach Zhu Quanzhongs Ermordung durch einen Sohn 911 folgen Erbstreitigkeiten, die vom Sohn des ehemaligen Widersachers Li Keyong, Li Cunxu genutzt wird, um den Liang ein Ende zu setzen. Da er zwei Angriffe der Qidan abwehren musste, konnte er diese Aufgabe erst 923 vollenden und die (spätere) Tang Dynastie gründen. Zunächst wird die Tang von allen Königreichen akzeptiert, doch der Kaiser verfällt ?den Eunuchen und Musikanten?. Militärgouverneure rebellierten, weil ein ausgezeichneter General schuldlos hingerichtet wurde. Sie konnten noch besiegt werden, aber als der Minister Shi Jingdang aufgrund von Palastintrigen aller Würden beraubt wurde, suchte er Unterstützung bei den Qidan ? und konnte 936 die (spätere) Jin Dynastie gründen. Die Qidan erhielten für ihre Hilfe 16 Provinzen und jährlichen Tribut von 300. 000 Seidenrollen. Dieser Tribut konnte nicht lange bezahlt werden, und Shi Jingdangs Sohn versuchte, das Joch abzuwerfen. Die Militäraktion scheiterte, und die Qidan besetzten 947 die Hauptstadt. Da dem Heerführer das zersplitterte Reich als unregierbar erschien, zog er sich wieder zurück. Dieses Machtvakuum konnte Liu Zhuyuan füllen, der die (spätere) Han Dynastie gründete. Er starb schon ein Jahr später, und als der Minister Guo Wei eine Palastintrige gegen Li Zhuyuans Nachfolger verhindern wollte, wurde er 951 unversehens Kaiser der (späteren) Zhou-Dynastie. Der rivalisierender Staat Nan Tang versuchte mit Hilfe der Qidan die Zhou zu überwerfen, Guo Wei konnte aber alle Angriffe abwehren. Er starb 960, und die Qidan nutzten diese Gelegenheit für einen Angriff. Guo Weis ehemalige Minister Guo Zongxu konnte sie aufhalten, und wurde von seinen Truppen genötigt, sich selbst zum Kaiser zu erklären. Er gründete die Song Dynastie und führte den Tempelnamen Tai Zu.

Abaoji gründete das Reich der Liao. Dabei berührte er anfangs das chinesische Gebiet nicht, sondern vereinte zunächst die 7 Qidan Stämme, und erweiterte 901 deren Gebiet zunächst nach Osten und Westen. Bald gab es aber Überfälle nach Süden, ins chinesische Reich hinein. 916 führte er eine eigene Jahreszählung ein, klassisches Zeichen der Gründung einer eigenen Dynastie. Die offizielle Proklamation der Liao Dynastie folgte unter Abaojis Nachfolger (der 926 nach der Eroberung der Mandschurei und Nordkoreas gestorben war) De Guang im Jahr 937. Er benutzte dabei chinesischen Kultus und Staatsstruktur, behielt aber die Sitten und Gebräuche der Qidan bei und verlegte auch nicht die Hauptstadt an eine der traditionellen chinesischen Stätten. De Guang focht einige erfolgreiche Schlachten gegen die Dynastien Südchinas, seine beiden Nachfolger verstarben recht früh bei Palastintrigen. Unter ihnen ging Nordchina für die Liao verloren.

Im Süden war inzwischen die Song Dynastie gegründet worden, mit der die Liao in ständigem Zwist lagen. 1004 kam es zu ersten Friedensverhandlungen. Danach waren die Grenzen mehr oder weniger gesichert. Indes erstarkten die von den Qidan unterworfenen Ruzhen aus der Gegend von Harbin. Ihr Anführer Aguda konnte nach großen militärischen Erfolgen 1115 einen eigenen Staat gründen, das war der Anfang der Jin Dynastie. Die Qidan Macht war in den Jahren erschlafft, und die Ruzhen konnten das Reich bis 1122 völlig erobern, wobei einige Gebiete sogar kampflos überliefen. 1125 wurde die Liao Dynastie offiziell beendet.

Zhao Kuangyin gründete im Jahr 960 die Song Dynastie, sein Tempelname lautet Tai Zu. Das Reich war zu dieser Zeit immer noch zersplittert, aber Tai Zu gelang die schrittweise Eroberung. Die vollständige Vereinigung erlebte er nicht mehr, er starb 976 vor Bei Hans Einnahme. Unter seinem Nachfolger Tai Zong wurde die Ausdehnung vorangetrieben, während sich im Westen der buddhistisch regierte Tangutenstaat Xi Xia bilden konnte. Dieser sagte sich Anfang des 11. Jahrhunderts von den Song los und rief die Dynastie Da Xia aus. Er war selbst nicht sehr mächtig, aber oft das Zünglein an der Waage in den Streitigkeiten zwischen den Song und den Liao. 1055 wurde er realer Vasall der Liao und symbolischer Lehensstaat der Song. Nach dem Tode Tai Zongs drangen die Qidan wieder in das chinesische Reich ein und erfuhren nur wenig Widerstand. Wang Jizhong konnte sie 1004 zu Friedensverhandlungen überreden, die im Vertrag von Shanyuan 1005 endeten: Die Song sicherten den Liao darin einen jährlichen Tribut von 200. 000 Rollen Seide und 100. 000 Unzen Silber zu.

Mit diesen hohen Zahlungen konnte die chinesische Wirtschaft in ihrer Form nicht fertig werden. Der große Reformator Wang Anshi (geb. 1021, gest. 1086) erkannte die Probleme und kreidete in seinem ?Bericht der 10. 000 Worte? 1058 das Staatssystem an. Unter dem Kaiser Shen Zong wurde er der mächtigste Mann im Reich, und konnte ab 1067 seine Reformen vor allem zur Entlastung der Bauern umsetzen. Sein größter Widersacher war Sima Guang. Obwohl die Reformen notwendig waren, war die chinesische Bevölkerung nicht bereit für sie und die Änderungen somit undurchführbar. Mit Shen Zongs Tod 1085 starben auch die Reformen, da sie sofort widerrufen wurden. In der Folge war die Regierung der Song Dynastie in Wang Anshis und Sima Guangs Anhänger gespalten. Zusätzlich zu den Tributleistungen an die Qidan wurde 1075 ein schmaler Streifen Landes im Nordwesten an die Liao abgetreten. Dieser Streifen war zwar flächenmäßig recht klein, für den Handel mit dem Orient aber von großer Bedeutung. Angriffe auf Xixia scheiterten, und diese konnten mit ihren Gegenaktionen weite Gebiete im Nordwesten sichern. 1090 wird ihnen das gesamte Grenzland überlassen. Auch weitere Angriffe auf Xixia am Anfang des 12. Jahrhunderts scheiterten.

Dass zu dieser Zeit auch die Macht der Qidan von den Ruzhen gebrochen wurde, verbesserte Songs Lage nicht wesentlich. Die Tributleistungen sollten weiter gezahlt werden, dafür sollte Song Gebiete im Norden zugebilligt bekommen. Doch Streit um diese Gebiete führte zur Kriegserklärung der Jin gegen die Song 1125, die fast den gesamten Norden Chinas kampflos einnehmen konnten. Ein teuer erkaufter Frieden konnte nicht bezahlt werden, was zu neuerlichen Aggressionen durch die Jin führte. Der Norden wurde unhaltbar, und die Song mussten ihre Hauptstadt von Kai Feng nach Nanjing verlegen. Damit endete die nördliche Song Dynastie. Das Jin Reich (gegründet 1115) war nach dem Sieg von Aguda über die Liao 1125 uneingeschränkter Herr des Nordens. Zu ihrer militärischer Überlegenheit kam der Reichtum aus den Tributzahlungen der Song. Die Schwäche der Song Regierung verhinderte auch ernsthafte Aktionen gegen die Jin, obwohl das Gebiet bis zum Huang He kurzfristig erobert wurde. Außerdem hatten die Jin die Leichen von Mitgliedern des Kaiserhauses, die in Geiselhaft verstorben waren. Damit konnten sie weitere Zugeständnisse von den Song erpressen.

Der Untergang der Jin folgte aus einer ganz anderen Richtung: Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts kam es zu ersten Problemen mit den Menggu, den Mongolen. Die unter Temudschin (Dschinghis Khan) vereinten bedrohten seit Anfang des 13. Jahrhunderts ernsthaft die Macht von Xixia und Jin. 1209 kapitulierte das Tangutenreich, und 1214 mussten die Jin den Frieden mit den Mongolen teuer erkaufen. Der Hauptführer der Mongolen in Innerasien namens Mukuli konnte 1217 Xixia und Korea völlig unterwerfen, 1219 wurden die Jin bis nach Henan zurückgetrieben. Dschinghis Khan verletzte sich bei einem neuerlichen Kampf mit Xixia schwer, konnte das Land aber trotzdem kurz vor seinem Tode vernichten. Ogodai wurde sein Nachfolger, der mit den Song paktierte und mit ihrer Hilfe 1233 auch Kaifeng, die letzte Bastion der Jin, einnahm.

Die südliche Song hatten zwar anfänglich Erfolge im Kampf gegen die Jin, doch der Kaiser Gao Zong ließ sich nicht zu einer Gegenkampagne überreden. Auch als der Huang He erreicht war, wurde die Aktion nicht fortgesetzt, da der Minister Qin Fei die Truppen zurückrufen ließ. Die Hauptstadt wurde von Nanjing noch weiter in den Süden nach Hangzhou verlegt. Auch spätere Aktionen in den Jahren 1163/1164 brachten nur kurzfristige Erfolge. Die Song zogen sich immer mehr in politische Passivität und philosophische Aktivität (Neokonfuzianismus) zurück. Das Ende der Song kündigte sich mit Kublais Ernennung zum Verwalter Chinas an. Obwohl die Mongolen den Buddhismus in einer Diskussion der Stammesführer zur Staatsreligion gemacht hatten, wendete Kublai konfuzianische Methoden bei der Verwaltung des Reiches an. Auch schonte er bei seinen Eroberungen die Bevölkerung, was ihm den Ruf eines mildtätigen Herrschers einbrachte. Die Staaten in Mittelchina wurden der Reihe nach erobert, beim Angriff auf die Song 1258/1259 erfuhr er aber unerwartet heftigen Widerstand. Mongko Khans Tod, seinerzeit Führer aller Mongolen, führte zum vorläufigen Abbruch des Unternehmens. Es gab Nachfolgestreitigkeiten: Sowohl Kublai als auch sein jüngerer Bruder Arik Bügü beanspruchen den Titel des Großkhans, eine Auseinandersetzung, die Kublai 1264 militärisch für sich entschied. In dieser Zeit konnte er keine weiteren Aktionen gegen die Song unternehmen. 1266 wurde die Hauptstadt nach Beijing verlegt, und 1267 begannen die Expeditionen gegen die Song von Neuem. Erst als 1272 Steinschleudern aus dem Orient die Belagerungen der Städte unterstützten, konnten die Mongolen diese einnehmen. Als 1276 Hangzhou erreicht war, unterwarf sich die Kaiserin, während einige getreue mit dem Kaiser auf einem Schiff flohen. Die Mongolen zu Lande lieferten sich mit den letzten Anhängern der Song zur See ein Wettrennen, das erst 1279 bei Yaishan im südlichen Guangzhou zugunsten der Mongolen endete. Die letzten Anhänger der Song starben von eigener Hand. Damit beende ich meinen historischen Abriss über diese Epoche und kommen wir nun auf den fiktionalen Hintergrund von BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI zu sprechen.

Das ein der bedeutendsten Werke, die im 14. Jahrhundert ihren Triumphzug antraten, ist die ?Erweiterte Geschichte von den Drei Reichen?, ein historischer Roman, der weit zurückgreift und in der chaotischen Epoche vor der Begründung der Tang Dynastie spielt. Dieser liefert auch den Hintergrund der SAN GOKU SHI Spiele von Koei, aber dient auch als Vorlage für alle möglichen Spiele von Irem, Naxat und anderen Herstellern. Der große andere Roman ist auch in seinem Sujet ein Produkt der Mongolenzeit, das in seinen Tendenzen freilich schon auf die Ming Kaiser zielt; der berühmte Roman ?Die Räuber vom Liang Schang Moor?, auf chinesisch ?Shui Hu Chuan?, was soviel bedeutet wie ?Die Geschichte vom Flussufer? (auch ?Wasserufergeschichte?). In Frankreich ist dieser Roman unter dem Titel ?Au bord de l´eau ja? und in Amerika und England als ?Water Margin? oder ?All Men Are Brothers? bekannt. Die Geschichte ist aber auch in Japan bekannt und äußerst populär und heißt dort ?Suikoden?. Diese Geschichte bildet auch den Hintergrund für die beliebte Rollenspiel Reihe GENSOU SUIKODEN von Konami. Dieser Roman ist auch in deutscher Übersetzung von Franz Kuhn (Hrsg. ) als ?Die Räuber vom Liang Schan Moor? erschienen (ISBN 345831891). Wer gerne tolle Geschichten ließt und sich nicht vor Hunderten komplizierter Namen fürchtet, wird bestimmt seinen Spaß mit diesem Buch haben (daneben würde ich auch ?Die Erweiterte Geschichte von den Drei Reichen? und ?Der Traum der roten Kammer? als gehaltvolle Lektüre empfehlen).

Der Held der Geschichte ist der Räuber Song Jiang (auch Sung Chiang) mit seinen 36 Gefährten, den sogenannten Sternen des Himmels, der in der Zeit, da die Song Dynastie sich verzweifelt gegen die vordringenden Mongolen wehrte, in einem Sumpfgelände zwischen Huang Ho und dem Liang Schang Berg operierte. Die Räuber sollen dort sogar Befestigungsanlagen errichtet haben, kämpften gegen die Regierung, zeitweise aber auch gegen andere Räuberbanden und hatten im Volk eine große Anhängerschaft. In der ersten Jahren der Fremdherrschaft in der Yuan Dynastie, als die Song Dynastie hinabgegangen war, entsann man sich des berühmten Räubers. Im Volk begannen allerlei Geschichten von ihm umzulaufen, kurz, die Legendenbildung setzte ein, und bald dichtete man ihm soviel Heldentaten an wie in England Robin Hood. Diese Legendenbildung, an der die Jahrhunderte mitwirkten, war es offensichtlich, die den Schriftsteller Shi Nai An (wahrscheinlich handelte sich dabei aber um ein Pseudonym für eine Gruppe Schriftgelehrte des 16. Jahrhunderts, jedenfalls in der populärsten Fassung) vor allem interessierte, denn sie gestattete ihm, die alte, halbvergessene Gestalt und ihre Schicksale in einen literarischen Angriff gegen die Korruption der Beamtenschaft und gegen die Dünkel der konfuzianisch gesinnten Gelehrtenklasse umzumünzen. Wie bei vielen Werken der älteren chinesischen Literatur war auch in diesem Fall nicht nur die Entstehungszeit, sondern auch die Autorenschaft heftig umstritten. Hinsichtlich der Entstehung ist die Wissenschaft heute zu der salomonischen Einsicht gelangt, dass ein Volksbuch wie dieses sich gleichsam aus der Tiefe der Zeiten gebildet und zuletzt nur noch einen begabten Kompilator gebraucht habe. Und dieser war nicht, wie man lange Zeit annahm, der schon im 12. Jahrhundert wirkende Luo Guanzhong (auch Lo Kuan-chung) aus der Provinz Che Kiang, sondern der an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert schaffende Shi Nai An, von dessen Lebensumständen so gut wie gar nichts bekannt ist. Das Buch wurde darauf folgenden Jahrhunderten zunächst erweitert, doch ging diese umfangreiche Version verloren. Die beliebteste Ausgabe, die sich 250 Jahre lang in der Gunst der Chinesen behauptete, ist eine kommentierte Fassung von 1644, die es verstand, den Lesern der Mandschu Zeit einen Helden aus dem 11. Jahrhundert nahe zubringen. Diese Fassung weist siebzig von insgesamt 120 existierenden Kapiteln auf, verdrängte alle anderen Ausgaben und blieb im Handel, bis sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts verboten wurde. Das inzwischen als geradezu klassisch geltende Buch befasst sich nämlich so eindringlich mit den Schicksalen und den Lebensumständen des kleinen Volkes, es nimmt so entschieden Partei für die Bauern und für die Rechtlosen gegen die etablierte und korrupte Gesellschaft, dass es dem Hof in der Niedergangszeit der Mandschu Dynastie als nicht mehr tragbar, ja geradezu als gefährlich erschien.

Dieser Stoff ist im erweiterten chinesischen Kulturraum derart beliebt, dass mehrere Fernsehserien, wobei die kommunistischen Vertreter es nicht versäumen auch noch den marxistischen Hintergrund zu betonen (manchmal erwartete man, dass gleich den großen Vorsitzende Mao in der nächsten Szene auftaucht). Aber nicht nur im Fernsehen auch das Kino kann zahllose Filme zu dieser Thematik auffahren. Natürlich existieren aber auch Theaterstücke, ein komplette Oper und natürlich auch eine beeindruckende Pekingoper. Die Japaner, die ebenso wie die Chinesen von dieser Geschichte begeistert sind, haben mehrere Musicals und andere eher typisch japanische Bühnestücke produziert. Daneben existieren Comics, Trickfilme, Groschenromane, Animes und Mangas. Für echte Freaks gibt es Kostümfeste, Brett- und Rollenspiele und auch ein LARP existiert, in dem man dann die Heldentaten nachspielen kann. Bei soviel Begeisterung ist es nicht verwunderlich, dass die unterschiedlichsten Computeradaption existieren. Vom einfachen Mahjong Spiel bis zur unterhaltsamen Visual Novel wird alles aufgeboten. Am bekanntesten, weil auch im Westen erschienen, dürfte aber die erwähnte Rollenspiel Reihe von Konami sein.

Nun wird es aber Zeit, dass wir erfahren um was es eigentlich in Suikoden bzw. in Shui Hu Chuan geht. Um bei den zahllosen Namen und Personen das Maß der Verwirrung in Grenzen zu halten, werde ich die im angelsächsischen Raum gebräuchlichen Namen verwenden, erstens weil sie so auch in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI vorkommen und zweitens weil sie auch die weltweit gebräuchlichsten Bezeichnungen sind (Geschichte und Literatur). Ich will natürlich aber nicht den ganzen Roman nach erzählen, schließlich sollt ihr den selber lesen, und so konzentriere ich mich auf die spielbaren Charaktere in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI.

Es wird berichtet, dass am Tag der Geburt von Ren Zong, das kleine Baby scheinbar unheilbar krank war. Sein Vater der ehrenwerte Kaiser Zeng Zong war sehr bestürzt und ließ die besten Ärzte seines Reiches rufen. Die herbeigerufenen Weisen, erkannte sehr schnell, dass die Krankheit des kleinen Jungen nicht irdischen Ursprungs war. Sie konnten nicht ausrichten und so quälte sich der kleine Wurm weiter. Sogar die Götter im Himmel bekamen Mitleid und sandten einen der ihren in der Gestallt eines alten Mannes auf die Erde. Im Palast des Kaiser angekommen, wurde er sogleich in das Gemach Ren Zongs geführt. Er hob das Kind aus seiner Schlafstatt und wisperte ihm ins Ohr: ?Der Stern der Weisheit führt Dich und der Stern des Krieges beschützt Dich?. Daraufhin verwandelte sich der alte Mann in eine davon wehenden Wind und verschwand. Ren Zong hörte aber auf zu weinen und auf seinem engelsgleichen Antlitz erschien ein Lächeln. Bald darauf erschien zwei Männer am Hofe um den Kaiser zu unterstützen. Der eine Mann war Bao Zhen, der unendlich weise war. Er wurde zum kaiserlichen Lehrmeister. Der andere war der berühmte General Ti Qin, der das rebellische Köngreich von Hsi Hsia im Namen des Kaisers unterwarf. Mit dieser Unterstützung, so sprach man im ganzen Reich, würde die Herrschaft Ren Zongs eine Große sein.

Einige Zeit später, brach eines Tages ein schreckliche Seuche, wie man sie noch nie gesehen hatte unter dem Volk des Song Reichs aus. Der Kaiser und seine Berater einigte sich schnell darauf, einen berühmten taoistischen Priester um Hilfe zu bitten. Deshalb riefen sie den kaiserlichen Boten Hung Jin herbei und sandte ihn mit der kaiserlichen Mandat zum Berg der Drachen und Tiger. Hung Jin erreichte schnell den Tempel am Fuße des Berges fragte die niederen Priester: ?Wo ist der himmlische Lehrer? ?. Daraufhin antworteten sie, dass der himmlische Lehrer sich auf den Berg zurückgezogen hätte. Hung Jin musste sich als erneut auf den Weg machen. Am nächsten Tag erklomm Hung Jin viele Meter den Berg empor bis ihn seine Kräfte verließen. Gerade als er eine Rast einlegen wollte, griff ihn ein großer Tiger an und er musste sich zurückziehen. Nach seiner geglückten Flucht vor dem Tiger sprach er zu sich selbst schwer atmend: ?Der Kaiser hat mir befohlen an diesem Tage hierher zu kommen und ich musste deswegen diese Furcht erdulden... ?. Bevor er zu Ende gesprochen hatte, hörte er aber ein lautes Zischen und drehte sich um. Da erblickte er ein riesige Schlage und fiel sofort in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kam, hörte er den sanften Klang einer Flöte. Ein kleiner Junge saß auf einem Ochsen und spielte. ?Bist Du hierher gekommen um den himmlischen Lehrer zu sprechen?, fragte der Junge mit melodischer Stimme. ?Du bist doch nur ein kleiner Kuhhirte, was weiß Du denn davon! ?, entgegnete Hung Jin barsch. Der Junge erklärte ihm dennoch, dass der himmlische Lehrer, bereits von der Mission Hungs wusste und schon auf dem Weg zum kaiserlichen Palast war. So kehrte der Bote zufrieden darüber, dass er seine Mission erfüllt hatte in den Tempel zurück. Dort angekommen verlangte er triumphierend nach einer Führung durch den alten Tempel. Diese Bitte wurde ihm gewährt und der Abt führte ihn doch das Heiligtum. Dabei kamen sie auch an der ?Halle der gebändigten magischen Teufel? vorbei. Ein großes bronzenes Schloss mit vielen Siegeln aus Jade verhinderte den Eintritt. Hung Jin verlangte zu wissen, was es mit dieser Halle auf sich hätte. Der Abt erklärte ihm, dass in diesem Raum 108 Teufel eingesperrt seien, die der himmlische Lehrer selbst vor langer Zeit besiegt hätte. Jetzt sei der Raum versiegelt und niemand würde es wagen die Türe zu öffnen.

Als er diese Geschichte hörte brach Hung Jin in Lachen aus. ?Du klingst wie ein Narr. Solche Wesen existieren doch nicht. Ihr erzählt solche Märchen doch nur, um den einfachen Leute einzureden, sie müssten Euch respektieren und Euch dankbar dafür sein, weil ihr diese Kreaturen von ihnen fernhaltet. Ich befehle Euch diese Türe für mich geschwind zu öffnen, denn ich möchte diese Teufel mit meinen eigenen Augen sehen! ? So wurde die Siegel und das Schloss beseitigt und Hung Jin betrat ein düstere Halle. In der Mitte dieser Halle befand sich eine große Steintafel, auf der folgende Inschrift stand: ?Einer, mit dem Namen Hung Jin wird dies öffnen! ?. Ohne groß nachzudenken und zu einem gewissen Grade erfreut, befahl Hun Jin auch diese Steintafel zur Seite zu schieben. Sobald die Tafel beiseite geschoben war, erschütterte ein Donner die Halle und eine dunkle Wolke kam aus der Erde. Die Wolke zerbarst das Dach des Tempel und gelangte so ins Freie. Draußen teilte sie sich in 108 kleine Wölkchen, die in alle Richtungen verschwanden. Hung Jin wurde weiß vor Angst befahl noch zitternd, dass alles wieder so hergerichtet werden sollte, wie er es vorgefunden hatte. Ganz in Eile kehrte in die Hauptstadt zurück. Dort stellte er fest, dass der himmlische Lehrer die Seuche erfolgreich gebannt hatte. Bei seinem Bericht für den Kaiser erwähnte er die Geschehnisse im Tempel mit keiner Silbe und erhielt eine große Belohnung für seine Dienste. Der Frieden hatte im Song Reich wieder Einzug gehalten. Ganze fünf Generation später, wurde das Riech jedoch wieder von neuem bedroht. Der kaiserliche Minister Gao Qiu, auch der ?Balltreter? genannt (wohl ein entfernter Vorfahre von Gerd Müller) hatte fast alle Macht an sich gerissen und den guten Kaiser Hui Zong fast komplett entmachtet. Er knechtet die Menschen im Reich und war auf dem besten Wege, den letzten Widerstand zu brechen. In dieser erdrückenden und schlimmen Zeit ließen sich die 108 Teufel in den Körper von Männern und Frauen nieder. Diese Auserwählten wurden zu Kämpfern für die Gerechtigkeit im Reich, sie wurden zu Helden. Dies war eine kurze Zusammenfassung des Prologs von Shui Hu Chuan.

In BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI können wir leider nur die zehn wichtigsten Helden spielen und diese werde ich auch alle kurz vorstellen. Sie gehören bis auf Chao Gai alle zu den 36 Sternen des Himmels. Dazu kommen noch die 72 Sterne der Erde. Es gibt also 108 Sterne, die auch alle im Spiel vorkommen (genauso ist es ja auch in GENSOU SUIKODEN oder bei SECRET OF THE STARS). Es würde zu weit führen über jeden Helden einen kurzen Abriss zu schreiben. So konzentriere ich mich auf die Hauptprotagonisten.

Wir beginnen mit Lu Zhi Shen. Dieser, als ?Einsamer Stern des Himmels? bekannte Held, war einst Offizier in der Stadt Wie Zhou. Er stand sehr schnell im Ruf eine aufbrausende Natur und ein mitleidiges Herz zu besitzen. Als er erfuhr das ein Mädchen von dem Fiesling Zheng gegen ihren Willen entführt worden war. Suchte er diesen Scherge auf und tötete ihn mit seinen bloßen Fäusten. Diese Tat wurde von den Beamten nicht gerade positiv aufgenommen und so zog er sich als Priester in ein Kloster zurück. Für solch einen Brocken von Mann war das Tempelleben natürlich nichts und so zog er wieder los und wurde der Banditen König des Doppelten Drachen Berges. Später verbündete er sich mit Song Jiang. Nach der Entscheidungsschlacht mit Fang Leng, kehrte endgültig ins Kloster zurück, wo er auch friedlich starb. In der jenseitigen Welt, zu munkelt man habe er die Gestalt eines über zwei Meter großen Juggernauts.

Der nächste große Held ist Shi Jin, auch als ?Der mit den Neuen Drachen? bekannt. Er ist der ?Demütige Stern des Himmels?. Seinen Namen verdankt Shi Jin einem Tatto mit neun Drachen. Er begann sein Leben als Sohn eines reichen Grußgrundbesitzers in He Na. In seiner Jugend zeigte nur Interesse an der Kunst des Kampfes und wurde von den besten Lehrmeistern ausgebildet. Später schloss er sich den Banditen des Kleinen Hua Berges an und noch einmal später Song Jiang. Berühmt wurde er durch den Verrat des Freudenmädchens Li Rui Lan. Er starb im Kampf mit Pang Wan Chuen und ist damit der einzige Stern des Himmels, der in der Schlacht sein Leben verlor.

Chao Gai ist der einzige steuerbare Charakter in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI, der kein Stern ist. Er war der Fürst des östlichen Storms und trug den Beinamen ?Der Himmlische König, der eine Pagode in seiner Hand trägt?. Chao Gai wurde von den Banditen von Lian Shan Bo gefangen genommen, doch anstatt ihn zu töten wurde er ihr Anführer, nachdem Lin Ching den bösen Wang Lun getötet hatte. Als Anführer führte Chao Gai die Banditen von Sieg zu Sieg, bis ihn in der Schlacht mit den Zeng ein vergifteter Pfeil von Shi Wen Gong ins Gesicht traf. Bevor er endgültig fiel zog er noch den Pfeil heraus. Der Legende nach kehrte er noch zweimal als Geist zurück. Einmal um Song Jiang vor einer Krankheit zu warnen, das andere Mal um Shi Wen Gong anzugreifen und gefangen zu nehmen.

Der ?Reiche Stern der Himmels? war Li Ying. Er war der Anführer des Dorfes Li unterhalb des Lian Shan Bo. Anstatt wie die Zhu und die Hu die Banditen zu bekämpfen blieb er neutral. Als ?Der Diebische Stern des Himmels? Shi Quian von den Zhu gefangen genommen wurde, setzte sich Li Ying für dessen Verschonung ein. Als er mehrmals rüde zurückgewiesen worden war, griff er das Dorf Zhu alleine an und gewann das Duell mit deren Anführer. Im weiteren Verlauf der Geschichte schließt sich auch Li Ying den Banditen um Song Jiang an, allerdings nur weil dieser sein Dorf komplett auf den Lian Shan Bo verlegt hatte. Nach den Kämpfe wurde er schließlich ein General des Kaisers.

Der bereits erwähnte Lin Chong war der ?Wilde Stern des Himmels?. Dieser General des Kaiser, dem nachgesagt wird, er habe das Gesicht eines Leoparden war eine respektiere Persönlichkeit im Reich. Er fiel in Ungnade als er Fürst Gao, den Adoptivsohn von Gao Qiu verprügelte, als dieser seine Frau auf offener Straße belästigte. Gao Qiu sann natürlich auf Rache brachte ihn durch ein Trick in Ungnade. Doch damit nicht genug, als er auf dem Weg in die Verbannung auch noch umgebracht werden sollte, tötete Lin Chong seine Häscher und floh nach Lian Shan Bo, wo er sich den Banditen von Wang Lun anschloss. Als dieser später Chao Gai töten lassen wollte erschlug er seinen Herrn und machte Chao Gai zum neuen Anführer. In all dem Schlachten verlor er keinen einzigen Kampf. Am Ende des Kriegs erlag er aber der Lähmung. Sein Kamerad Yang Zhi, ?Die blaugesichtige Bestie? kümmert sich bis zu seinem Tod um ihn.

Jener Yang Zhi ist nicht nur mein persönlicher Liebling, sondern auch der ?Dunkle Stern des Himmels?. Er war das Kind einer große Kriegerfamilie und war Hauptmann der kaiserlichen Garde. Leider versagte er als Einziger, als der Kaiser seine Männer in zum See Tai schickte, um seltene Steine für seinen Garten zu sammeln. Obwohl der Kaiser ihm vergab, nahm ihm Gao Qiu alle seine Ämter und vertrieb ich aus der Hauptstadt. Er diente schließlich dem Magistrat Liang und stieß bei einem Auftrag auf Chao Gai, Wu Yong und Gong Sun Sheng, die ihn erfolgreich bestahlen. Auch bei Liang in Ungnade gefallen schloß er sich Lu Zhi Shen und später Song Jiang an. An der letzten Schlacht konnte er wegen einer Krankheit nicht teilnehmen. Er starb im Bett.

Li Jun war der ?Langlebige Stern des Himmels? und diente Chao Gai und Song Jiang als Fachmann für Schiffe und Boote. Als er Song Jiang zum ersten Mal traf war er Anführer einer Bande von Schmugglern auf den Yang Tze. Er rette Song Jang vor dem Ertrinken und schloss sich daraufhin den Banditen von Lian Shan Bo an. In der Schlacht um die Stadt Wu Wei Jun führte er den Angriff über das Wasser an und nahm Huang Wen Bing gefangen. Nachdem Sieg über Fang La verließ Li Jun Lian Shan Bo und gründete sein eigenes kleines Königreich.

?Der Behaarte Priester? Wu Song ist der ?Verwundete Stern des Himmels?. Er stammte aus der Stadt Ching Ho. Er war berühmt für seine Trinksucht, seine Stärke und seinen Mut. Einmal prügelte er einen riesigen weißen Tiger zu Tode. Sein hässlicher Bruder Wu Da hatte eine sehr schöne Frau, Pan Jin Lian. Diese versuchte Wu Song zu verführen, scheiterte aber kläglich. Daraufhin vergiftete sie ihren Mann (immer die bösen Frauen, erst Eva, dann das eigene Weib, pfui deibel! ) bei nächster Gelegenheit. Als Wu Song dies erfuhr schickte er alle Beteiligten über den Jordan. Dafür wurde er ins Exil geschickt. Dort versuchten General Zhang Meng Fang und Jiang Zhong ihn umzubringen, woraufhin ?Der Behaarte Priester? deren beiden Haushalte, sie selbst natürlich inklusive, niedermetzelte. Um seiner Strafe zu entgehen floh er zu Lu Zhi Shen und wurde ebenfalls Bandit. Während Lin Chong allgemein als bester Kämpfer zu Pferd in dieser Legende gilt, war Wu Song der Besten im Kampf per pedes. Nach dem Krieg begleitete er Lu Zhi Shen in das Tempelleben und wurde nach dessen Tod zum Abt.

Der große Anführer der Helden von Lian Shan Bo war ?Der Willkommene Regen?, der ?Führungsstern des Himmels? Song Jiang. Weil er so dunkelhäutig war nannte man ihn auch ?Schwarzer Song Jiang?. Sein Herz war aber keineswegs Schwarz, sondern gefüllt von der Liebe für seine Mitmenschen (eine gute Beschreibung für einen Räuberhauptmann). Neben der Fechtkunst war er auch in allen Schriften bewandert und genoss es den Menschen bei ihren Problemen zu helfen. Er war so beliebt wie der Regen nach einer langen Dürre. Nett wie Song Jiang war, heiratete er ein sehr armes Mädchen um sie vor ihrem Schicksal zu bewahren. Dummer Weise war das Mädchen Yian Po Xi (wer schon Po Xi heißt! ) ein ganz böses Ding und versuchte ihn zu erpressen. Gegen seinen Willen musste er sie dafür töten und schloss sich Chao Gai, dessen Nachfolger er schließlich wurde, an. Ein berühmter Teil seiner Geschichte ist die Nacht, als er betrunken ein revolutionäres Gedicht an eine Wirtshauswand pinselte (diesen Teil lieben die Kommunisten in China ganz besonders! ). Es gelang ihm auf Umwegen den Kaiser auf seine Seite zu ziehen und besiegte in seinem Auftrag die anderen Banditenkönige Tian Hu, Wang Qing und Fang Lang. Gao Qiu gelang es aber den Kaiser dazu zu überreden auch Song Jiang umzubringen. Dieser schickte ihm einen vergifteten Wein als Geschenk. Da er den Kaiser nicht brüskieren wollte, trank er den Wein zusammen mit Li Kui, seinem besten Freund und starb, obwohl er wusste, dass der Wein vergiftet war.

Der gerade erwähnte Li Kui ist der letzte Charakter den man in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI als Spieler steuern kann. Er, ?Der Schwarze Wirbelwind? ist der ?Mörderische Stern des Himmels?. Dieser Titel passt auf Li Kui wie die Faust aufs Auge, denn mit seinen zwei Streitäxte spaltet er schuldigen und unschuldigen Seelen den Schädel. Sein aufbrausendes Temperament und sein unglaublicher Zorn waren berühmt. Trotz dieser negativen Eigenschaften war Li Kui ein ehrlicher Mensch und sein Herz war vollkommen rein. So ist es nicht überraschend, dass Song Jiang gerade Li Kui so liebte wie keinen anderen seiner Kameraden. Auch keinem anderen als Song Jiang hätte Li Kui die Treue geschworen. Dieses Duo war trotz ihrer großen Freundschaft andauernd unterschiedlicher Meinung, während Li Kui ein fröhliches Massaker veranstalten wollte, hielt ihn Song Jiang immer wieder zurück. Als ?Der Willkommene Regen? absehen konnte, dass sein Tod kurz bevor stand, bat er Li Kui zu sich und lud ihn ein Wein mit ihm zu trinken, was dieser natürlich gerne tat. Als das Gift begann seine Wirkung zu zeigen, erklärte Song Jiang seinem Freund, dass sie beide vergiftet seien. Song Jiang wusste, welch schreckliches Blutbad Li Kui bereit wäre anzurichten, nur um Song Jiangs Tod zu rächen. Deswegen war es besser, wenn beide zusammen starben. Sie wurde auch beide nebeneinander begraben.

Damit wären wir mit den spielbaren Charaktere durch und ich könnte zum nächsten Punkt übergehen, aber ich will noch einige Worte zu dem Oberbösewicht Gao Qiu verlieren. Sein Spitzname war ?Balltreter?, weil er so gut mit dem Fußball umgehen konnte. Ansonsten war er ein ziemlich unbedeutende Persönlichkeit, weder gebildet noch kämpferisch begabt. Sein große Leidenschaft war das Stören des friedlichen Zusammenlebens. Dank seiner Ballkünste wurde der junge Prinz Tuan auf ihn aufmerksam und stellte ihn an seinem Hof als Diener an. In kürzester Zeit intrigierte er sich nach oben. Als Prinz Tuan als Kaiser Hui Zhong den Thron bestieg, gab es für Gao Qiu kein Halten mehr und er riss immer Macht und Ämter an sich, bis selbst der Kaiser nichts mehr gegen ihn ausrichten konnte.

Wie ihr gesehen habt bietet Shui Hu Chuan einen imposanten Hintergrund der unseren wesentlichen Sagen locker das Wasser bieten kann. Selbst Prof. J. R. R. Tolkien hätte hier seinen Meister gefunden. Aber auch spielerisch, spielt, selbst bei BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI, einem Strategiespiel, diese Vielfalt der Personen und ihre unterschiedlichen Naturelle eine gewaltige Rolle. Je nachdem, welchen Charakter man spielt, reagieren die über 255 simulierten Charaktere anders. In jedem neuen Spiel passieren deshalb andere Dinge und man ist gut beraten die Sympathien der Personen untereinander mit in seine strategische Planung mit aufzunehmen.

Für BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI ist kein anderer Game Designer als Kou Shibusawa höchstpersönlich verantwortlich. Das Original erschien unter dem japanischen Titel 1988 auf dem dort populären NEC PC 88 auf Diskette. Noch im gleichen Jahr erschienen die Portierungen mit demselben Namen für die beiden MSX Systeme 1 und 2 auf Modul und auf Diskette. Kurz vor Weihnachten 1988 folgte dann der erste Auftritt auf einer Konsole, nämlich auf den Nintendo Famicom. In den USA erschien das Spiel als BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA auch noch auf Englisch für das NES. Im darauffolgenden Jahr erschienen Konvertierungen für den Commodore Amiga, den Atari ST und die IBM kompatiblen Personal Computer. Während in den USA Koei selbst den Vertrieb übernahm, erledigte Infogrames diese Aufgabe in Europa. Sieben Jahre später erschienen 1996 die letzten Portierungen des Spiels in neuer aufgemotzter Form für den SEGA Saturn und die Sony Playstation. Damit wäre alle mir bekannten Releases abgehandelt, sollte ich etwas vergessen haben oder eine weitere Version entdecken, werde ich dies an geeigneter Stelle nachtragen.

Jetzt vollziehe ich noch schnell eine kleine Änderung im Ablauf des Reviews. Anstatt nun das Gameplay zu erläutern, werde ich doch zuerst die technischen Unterschiede der einzelnen Versionen abhandeln. Dabei kann ich es mir einiger Maßen leicht machen und Euch kurz das Wichtigste erklären. Bis auf die Saturn und die Playstation Varianten gleichen sich alle Ports nämlich wie ein Ei dem anderen. Grund hierfür ist die sehr spärliche Grafik, die technisch heutzutage sowieso jenseits von Gut und Böse ist. Dennoch erfüllt sie ihren Zweck vollkommen und weiß auch auf ihre Weise zu gefallen. Die schönsten Ansichten dürfen wir auf dem Amiga und dem Atari ST genießen, da diese Versionen wenigstens ein klein wenig aufgemotzt wurden. Bis auf die PC 88 Version werden wir zu Beginn durch ein mehr oder weniger schönes Intro eingeführt. Die Menüs und die Übersichtkarte sind übersichtlich gestaltet und viele Bildschirme bieten kleine Bildchen. Alle Personen haben ihre eigenes Portrait, so dass man, wenn man sich die Namen nicht merken kann, wenigstens visuell zuordnen kann. Die Schlachten werden auf Hexfeldkarten ausgetragen, deren Grafik voll und ganz ihren Zweck erfüllt. Ein Schmanckerl sind die kleine Animationen, die bei bestimmten Aktion gezeigt werden. Im Vergleich zu ROMANCE OF THE THREE KINGDOMS 2, bleibt die Grafik von BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI aber zurück. Wichtig wäre noch zu erwähnen, dass auf den PCs EGA und CGA Grafikkarten unterstützt werden. Die CGA Version ist allerdings komplett in Schwarz und Weiß. In Sachen Musik wird ähnlich wenig geboten. Sechs Melodien begleiten uns durch das Spiel, die alle nichts Besonderes sind, aber durchaus zu gefallen wissen. Die Sound Effekte beschränken sich auf Knirschen und Klopfen und treten nur bei Aktionen, Ereignissen und im Kampf auf. Sie kann man getrost vergessen. Den besten Sound bietet der MSX 2 mit seinem genialen MIDI Chip. Gesteuert wir BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI auf den Computer mit der Maus und der Tastatur. Alle Befehle sind bequem mit Tastaturkürzeln belegt. Am Besten ist es, man versucht es erst gar nicht mit der Maus. Am Anfang sind die Zahlencodes vielleicht etwas unhandlich, aber nach kurzer Zeit will man sie gar nicht mehr missen. Auf dem NES bzw. dem Famicom wird natürlich mit dem Joypad regiert. Hierbei ist es den Entwicklern von Koei ganz gut gelungen die einen gute Mix aus Komfort, Schnelligkeit und Komplexität zu erstellen. Man muss aber zugeben, dass es langsamer dahin geht als am Computer. Dies gilt im übrigen auch für die Saturn und Playstation Versionen. Diese wurde wie bereits angesprochen natürlich auf den technischen Stand von 1996 gebracht, bieten also eine wesentlich schönere Grafik und ein besseres Intro. An den Grundeigenschaften wie Übersichtlichkeit und Praktikabilität hat sich nichts geändert. Viel wichtiger dagegen sind die Verbesserung in Sachen Musik, die hier natürlich von CD erklingt. Zwei Dutzend meist klassisch chinesische Stücke erfreuen unser Ohr. Auch die Sound Effekte klingen natürlich besser und kommen dementsprechend auch öfter vor. Dennoch kommen sie aus ihrem Schattendasein nicht heraus. Etwas nervig bei diesen Portierungen ist aber die etwas längere Wartezeit, anscheinend können 8 Bit System besser rechnen! Zum Abschluss noch einige Anmerkungen zur Ausstattung: Jeder Version liegt ein aufwendig gestaltetes Handbuch (über 100 Seiten stark) bei, das jeden auf BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI richtig einstimmt und alle Spielmechanismen ausführlich erklärt. Auch der europäische Release macht da keine Ausnahme. Infogrames hat sich nicht lumpen lassen. Für den PC 88 erschien neben dem Original Release noch eine Budget Version (nur Diskette). Für die 32 Bit Konsolen wurde ein streng limitierte Version mit Poster und allem möglichen Krimskrams produziert, daneben gibt natürlich auch eine normale Version und den obligatorischen Budget Release. So damit wären auch alle Sammler zufrieden gestellt und wir kommen zum vorletzten Punkt, dem Gameplay.

BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI simuliert als Strategiespiel die Ereignisse zwischen 1101 und 1127 nach Christus. Dazu werden vier unterschiedliche Szenarien angeboten. Maximal können sieben Spieler teilnehmen. Jedes Szenario unterscheidet sich in der zur Auswahl stehenden Good Fellows, denn bereits beschriebenen Helden, der Ausgangslange aller Personen und der Verteilung der Provinzen, die im Spie Präfekturen genannt werden. Insgesamt gibt es 49 Präfekturen, von denen Gao Qiu ein erklecklichen Anzahl beherrscht. Ziel des Spiels ist es zunächst eine Reputation als Good Fellow auf zu bauen und auf diese Weise das Kaiserliche Edikt zu erhalten. Erst dann kann man Gao Qiu direkt angreifen. Hierzu muss man seine Fähigkeiten als Herrscher im Aufbau von Präfekturen und im Kampf beweisen. Popularität gewinnt man aber auch, wenn man die Dörfler gegen wilde Bestien verteidigt. Bei all diesen Aufgaben steht man unter Zeitdruck, denn mit dem Jahr 1127 endet das Spiel, da aus dem Norden die Barbaren einfallen. Man hat also 312 Züge zur Verfügung, denn jeder Zug dauert einen Monat. Verloren hat man, wenn der gewählte Good Fellow auf der Jagd oder im Gefecht stirbt oder gefangen genommen wird. Ebenfalls als Niederlage gilt es, wenn ein anderer Good Fellow Gao Qiu zuerst ausschaltet. Die Good Fellows, die nicht von menschlichen Spielern gesteuert werden übernimmt die CPU.

Nach der Wahl des Szenarios, wird zunächst der passende Held ausgewählt um anschließend dessen Werte auszuwürfeln. Danach wird nur noch der Schwierigkeitsgrad, der in fünf Stufen ansteigt, festgelegt. Jeder Charakter hat neun Werte. Die erste fünf werden ausgewürfelt bzw. bei NPCs festgelegt. Die Konstitution bestimmt welche Handlungen wie oft ausgeführt werden können, bevor geruht werden muss und repräsentieren die Lebenskraft im Kampf. Stärke, Geschicklichkeit und Weisheit bestimmen die Erfolgschancen für bestimmte Aktionen und deren Ergebnis. Diese Werte können durch das Sammeln von Erfahrung verbessert werden. Erfahrung für bestimmte Werte erhält durch Aktionen. Integrität, Mitgefühl und Mut sind fest vorgegeben und beeinflussen die Sympathie zwischen den Charakteren. Popularität ist als Wert nur für die Good Fellow relevant und spiegelt die Unterstützung seitens der Bevölkerung und das Wohlwollen des Kaisers. Loyalität dagegen spielt nur für die Anhänger eines Good Fellows eine Rolle. Dieser Wert gibt an, wie treu ein jüngerer Bruder ist und ob er eventuell abtrünnig werden könnte. Dies ist also ein Wert, denn man besser im Auge behalten sollte. Dazu kommen noch fünf bestimmte Fertigkeiten. Steuermann ist die Erste und zeigt, ob ein Charakter Schiffe steuern kann und ist dazu gleichzeitig die Vorraussetzung um Schiffe bauen zu können. Schiffsbauer sind nur Steuermänner, die auch ein Geschicklichkeitswert über 70 haben. Charaktere mit einen Wert von mindestens 60 können immerhin Waffen bauen. Magie, eine sehr wichtige Fähigkeit in der Schlacht kann nur von Charakteren mit mindestens 80 in Weisheit gewirkt werden. Ebenfalls nur im Kampf von Belang sind Bogenschützen, die mindestens 60 Punkte in Geschicklichkeit vorweisen können.

Neben den Persönlichkeiten, spielen vor allem die Präfekturen eine wichtige Rolle in BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI. Wie bei Koei üblich wird im Hintergrund ein komplettes Wirtschafts- und Politiksystem simuliert. Jede Präfektur hat unterschiedliche Ausgangswerte, die mit bestimmten Aktionen verbessert und verschlechtert werden können. Jede Präfektur hat eine Stadt bzw. ein Dorf, mit einem Teehaus und einem Markt. Manche Ortschaft hat auch eine Werft und eine Schmiede. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen Waffen und Schiffe selbst gebaut werden und können nicht gekauft werden. An Rohstoffe verfügt jede Präfektur über Gold, Nahrungsmittel, Metall und Pelze. Angebot und Nachfrage werden als Rate ausgedrückt und jeden Monat neu berechnet, je nachdem wie gekauft bzw. verkauft worden ist. Daneben verfügt jede Provinz auch über wichtige Attribute: Loyalität der Einwohner, Farmland, Reichtum und Staudämme. Diese Werte können mit Aktionen verbessert werden. Daneben werden in der Präfektur Ansicht alle militärischen Werte angezeigt. Die Anzahl der Männer unter Waffen, die Anzahl der eigenen Gefolgsleute, freie NPCs, Ausbildung der Männer, Waffen und schließlich Festungen (die auch gebaut werden können) geben auf einen Blick wieder wie es um uns gestellt ist.

Die Züge erfolgen in Monaten. Pro Zug kann man eine Aktion mit einem Charakter pro Provinz ausführen. Man sollte sich also gut überlegen was man will und auch weit voraus planen, denn unverhofft kommt oft. Bestimmte Ereignisse passieren genau einmal im Jahr. Im Januar werden die Steuern eingetrieben, sofern die Loyalität der Provinz über 40 liegt. Alle Provinzwerte wie Reichtum oder Ausbildung verschlechtern sich etwas. Alle Charaktere werden ein Jahr älter. Ja, man kann auch an Altersschwäche sterben! Alle Anhänger lassen in ihrer Loyalität etwas nach. Über das Jahr kommen noch zufällige Ereignisse hinzu, die aber nur bestimmte Provinzen treffen, wie Taifune, Dürren, Seuchen, Schneestürme, Wild Bestien terrorisieren die Dörfler oder Freudenfeste. Jeden Monat erholt sich zudem die Konstitution um 5 Punkte.

BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI verfügt über eine komplexe Befehlstruktur. Insgesamt darf man sich in sechzehn Menüs austoben, Darunter befinden sich Aufbau, Bewegung, Reisen, Jagd, Militär und Ausruhen. Die große Anzahl erklärt sich dadurch, dass es keine allzu tiefen Untermenüs gibt. Im Prinzip handelt gibt es zu jedem Charakter bzw. Präfektur einen Wert und eine passende Aktion, die jeder oder nur geeignete Anhänger ausführen können. Auch wenn man keine Provinz mehr sein Eigen nennt, stehen einem verschiedene Handlungen zur Auswahl.

Neben den Interaktionen der Charaktere und dem Wirtschaftssystem bildet die Schlacht die dritte Säule des Gameplays von BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI. Die Schlachten werden in Runden auf Hexfeldkarten ausgefochten. Dabei sind dreißig Runden das Maximum und jede Präfektur verfügt über eine eigene Karte. Wichtige Werte im Kampf sind Nahrungsmittel, Waffen, Ausbildung und Männer. Dazu kommt auch noch das Wetter, denn bei bewölktem Himmel können unsere Magier loslegen. Es gibt insgesamt neun unterschiedliche Geländearten, die alle Auswirkungen auf Bewegung, Verteidigung und Angriff haben. Um Flüsse und andere Gewässer schnell zu überqueren benötigt man Schiffe. In auswegslosen Situationen kann man auch einfach alles in Brand stecken und hoffen, dass es nicht regnet. Das Wichtigste an Schlachten ist die Vorbereitung. Mit kaltem Herz und kühlen Kopf kämpft es sich auch im alten China am Besten.

Damit wären der Ablauf alle Spielelemente einiger Maßen umfassend beschrieben. Da will ich doch schnell die Gelegenheit nutzen einige Empfehlungen los zu werden. Zu Beginn des Spiels ist es sinnvoll ein Provinz zu wählen, die an keinen Feind angrenzt, so hat man die Möglichkeit ungestört aufzubauen. Neben den ökonomischen und militärischen Zwängen, ist es unerlässlich möglichst schnell Anhänger zu finden, um Arbeiten an diese abtreten zu können. Dazu muss man sich aber erst einmal die Loyalität der Präfektur sichern, also zweimal auf die Jagd noch Wild gehen und danach solange entweder den Reichtum oder das Farmland ausbauen bis man nicht mehr kann, dann in aller Ruhe das erlegte Wild verteilen und schon ist man bei 40 oder 60 Punkte Loyalität. Vor dem Jahreswechsel unbedingt Ausruhen. Im Januar rekrutieren wir erst einmal ein paar Soldaten (50 Stück langen locker) und gehen im nächsten Zug in die Stadt, um uns umzuhören und möglichst zwei Anhänger zu gewinnen. Diese bestechen wir dann ordentlich und teilen ihnen einige Männer zu. Dazwischen Reichtum und Farmland ausbauen und bei Bedarf Feste veranstalten. Es ist sinnvoll immer einen frischen Charakter in der Hinterhand zu haben, falls wilde Bestien auftauchen sollten. Diese dann sofort Jagen und so die Popularität steigern. Im zweiten Jahr sollten wir unsere Position gut ausgebaut haben. Nun nach dem gleichen Procedere neue Provinzen vereinnahmen. Dabei spielt dann auch das Militär eine größere Rolle und vor allem sollten wir uns einige Schwurbrüder zulegen. Hier gilt die Regel: Magier sind bevorzugt. Ansonsten immer einen Blick auf die Werte werfen.

Wie ich schon zu Beginn dieses Review sagte, gehört BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI zu meinen absoluten Favoriten. Es ein sehr komplexes Spiel, das dem Spieler viele sinnvolle Aufgaben stellt. Mann ist praktisch die ganze Zeit unter Hochdruck zu Werke. Zudem spielt sich BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI jedes Mal ein wenig anders, weil man dieses Mal eine andere Strategie wählt oder der Verlauf ändert sich, weil bestimmte Charaktere plötzlich woanders auftauchen. Auf den ersten Blick ist das Spiel fast zu schwer, dann aber findet man seine Nische und meint auf einem ganz guten Weg zu sein, bis irgendetwas den Lauf der Dinge wieder komplett in die andere Richtung dreht. Langweile kommt so also nie, auch wenn der Frustfaktor vielleicht einen Tick zu hoch ist, für all die Warmduscher unter der neuen Zockergeneration, die meinen die modernen Spiel wären schwer. Freunde von komplexen und fordernden Spielen werden begeistert sein, auch wenn man natürlich eine ordentliche Portion Liebe zum Detail und zur Strategie haben sollte, für Sportspielfanatiker und Schieß-Mich-Tots ist BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI genauso, also ob man Perle vor die Säue werfen würde. Wir fassen also noch einmal zusammen: Ein altes angestaubtes Spiel mit den Tugenden und Reizen einer historischen Simulation von Koei, vor einem historischen und noch mehr fiktionalen Hintergrund, der mehrere Semester Professoren auf Trab halten kann, dazu eine technische Präsentation, die zwar unterirdisch im Vergleich zu heutigen Produkte ist, aber absolut in Ordnung geht, ein fein ausbalancierter Mix aus Wirtschaft, Strategie, Politik und Geschichte, einem Gameplay zum austoben, das zudem auch noch richtig fordert und natürlich die Möglichkeit ein wahrer Held zu sein. Da frage ich doch ganz einfach: Was will man mehr? Ich jedenfalls möchte BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI jedem Leser dieser Abhandlung ganz fest ans Herz legen, sofern sie sich auch nur einen Hauch für der oben genannten Bestandteile interessieren. In diesem Sinne: Kein noch so ausgeklügelter Plan, überlebt den ersten Kontakt mit dem Feind!

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Screenshots mußte ich leider wieder rauswerfen, sorry!
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Re: Bandit Kings of Ancient China

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AJM/FTL wrote:Screenshots mußte ich leider wieder rauswerfen, sorry!
Fügst du vielleicht nachträglich welche rein. Oder keine Lust *g* :wink:
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Cooles (und vor allen Dingen langes!) Review! Nicht schlecht. Wie hast Du eigentlich den ganzen Text in einen Beitrag gepackt (gab's hier nicht mal ein Limit?)
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ONC wrote:Cooles (und vor allen Dingen langes!) Review! Nicht schlecht. Wie hast Du eigentlich den ganzen Text in einen Beitrag gepackt (gab's hier nicht mal ein Limit?)
Das Zeichen-Limit wurde seit ner Zeit behoben. Sonst würde er so viel Text nicht einfügen können. :wink:

Habe den ersten Teil nicht lange gespielt. Wenn es um Strategiespiele dieser Art geht, ist Koei immer der Hersteller gewesen. Allerdings hatte ich mit Nobunaga no Yabou am Meisten Spaß gehabt.
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1. Screenshots bleiben vorerst draußen, da sie von mir selber Passcode geschützt auf den Server gepackt worden sind, leider habe ich derzeit keine Gelegenheit daran etwas zu ändern, da mein Systemadmin in den Staaten weilt.

2. Das mit der Länge hat RPG-M wunderbar erklärt.

3. Welcher erste Teil???? Gibt doch nur einen!

4. Welcher Nobunaga no Yabou? System?
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AJM/FTL wrote:Screenshots bleiben vorerst draußen, da sie von mir selber Passcode geschützt auf den Server gepackt worden sind, leider habe ich derzeit keine Gelegenheit daran etwas zu ändern, da mein Systemadmin in den Staaten weilt.
Böser Systemadmin *g* Wenn du aber die Screenshots auf der Festplatte hast, könnte ich sie für dich hochladen, WENN du nichts dagegen hast.

3. Welcher erste Teil???? Gibt doch nur einen!
Gab es da nicht noch Revenge of the Dynasty für den PC bzw. für Amiga? Es wurde zwar viel rumgesprochen, dass es den Nachfolger nicht wirklich gibt. Das es nur Propaganda sei. Trotzdem sei der Titel angeblich doch 1992 von Koei veröffentlicht worden.

Link: http://eager.back2roots.org/DATA/B/BANKI2.HTML

4. Welcher Nobunaga no Yabou? System?
Natürlich Bushou Fuunroku von 1996 für meinen geliebten Saturn! Kein Strategie Spiel dieser Art hat mich so lange gefesselt. Und wenn ich wegen ein Strategiespiel mein geliebtes Genre vernachlässige, dann will das was heissen *g* Für mich ist die Serie sowieso der absolute Top Favorit im Genre Strategie, auch wenn die Serie mittlerweile schon so riesig ist, dass man die einzelnen Titel, für die verschiedensten Systeme, kaum noch unter Kontrolle bekommt. Wobei es sich meistens nur um Portrierungen bzw. Umsetzungen für verschiedene Systeme handelt und nicht notwendiger Weise neue Spieltitel.

Mit Nobunaga no Yabou hab ich als Kind, erst Anfang der 90er Jahre, das Genre Strategie genau kennengelernt. Dank meines Onkels der von der Serie ebenfalls begestiert war und natürlich die Reihe viel eher kannte als ich. Hab mit Zenkokuban für MSX von 1986 erstmal angefangen. Allerdings hat mich der Titel schnell auf Royal Blood für MD vertrieben, da ich als RPG Fan mit Zenkokuban ERSTMAL nichts anfangen konnte, da es im Vergleich zu Rollenspielen, spielerisch zu komplex war. (Anfang der 90er ist auch Royal Blood erstmal erschienen. Hab dann später auch die US Version Gemfire ergattern können. Ebenfalls von Koei hat mir gefallen.)
Sengoku gunyuu den für das japanische Famicom/NES wäre dann das erste Nobunanga Titel gewesen, an welchen ich später wirklich Spaß hatte. Woltle damals noch gerne die X68000 Version haben, konnte sie allerdings nie bekommen. Durfte mich deswegen nur mit einer Amiga Version zufrieden geben, die ich aber geschenkt bekommen habe. Nobunaga no Yabou Haouden hab ich mir übrigens nicht geholt, sondern die US Version die es zum Glück für MD gab. Zwischendurch gab es natürlich auch paar Teile von der San Goku Shi Reihe (Ebenfalls zu empfehlen! Besonders Teil 2 für die Playstation) als auch andere Strategietitel, nur anderer Art, die jetzt nicht mit Nobunaga oder San Goku Shi zu vergleichen sind. (Hatte auch Nobunaga für PCE habs aber verkauft)

Zenkokuban hab ich dann vor 5 Jahren nochmals angespielt, allerdings für mein Famicom. Trotzdem kann ich dem Titel bis heute nichts abgewinnen. Staubt jetzt nur bei mir ab. Spiele dann lieber San Goku Shi 2.
Der beste Hit ist und bleibt für mich weiterhin Nobunaga no Yabou - Bushou Fuunroku für Sega Saturn. Viele Charaktere, noch komplexere Hexfeldschlachten und viele Neuerungen. Der Sound dürfte nur zu lästig sein, aber was solls. Die Grafik war mir egal persönlich auch egal.
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Zu SShots

Nö habe ich nicht mehr, ich kenn ja die Passwörter. Trotzdem danke.

Zu Gerüchten etc...

Es gibt definitiv bis heute keinen Nachfolger zu BANDIT KINGS OF ANCIENT CHINA bzw. SUIKODEN ? TENMEI NO CHIKAI. Ich bete brav jeden Tag, damit sich das ändert.

Zu Nobu
Nobunaga No Yabou - Game Boy Edition weil es so schön einfach gehalten wurde.
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