@osram-draht
Laissez-faire ist doch genau das, was das liberale Bürgertum in puncto Harrfarbe, Hautfarbe, Sexualverhalten etc. seit Jahrzehnten schreit. Warum also nicht auch in der Wirtschaft?
@wf
Nur in Stichpunkten :
- Eine Begrenzung auf 15 Kassen, löst das Problem nicht, sondern reduziert die Verschwendung für ein paar Jahre. Wer redet den von einer Kasse, Wettbewerb soll natürlich herrschen. Freier Markt mit hohen Garantieleistungen als Eintrittshürde.
- Das Merkel halte bitte woanders hin, sonst umarme ich Claudia Roth sogar freiwillig.
- Natürlich ist es naiv zu glauben einen finanziellen Reset auslösen zu können, de facto bedeutet es nämlich, daß keiner auch nur einen Heller sieht und eine Generation eben blank dasteht. Muß man aber nicht so deutlich sagen, oder?
- Die Hyppothek aufs Haus, muß nur derjenige aufnehmen, der anstatt sich bei Zeiten zu versichern (also nach meinem Modell ab dem 18. Lebensjahr), sein Geld lieber für eine Corvette ausgegeben. Die Stärke des US Systems ist, daß man eben frei über sein Geld verfügen kann, aber your fun, your risk, not ours. Absolut korrekte Einstellung, meiner Meinung nach.
- Unfälle unterliegen wie alle Gegebenheiten kausalen Zusammenhängen, ergo gibt es einen Auslöser oder Grund. Der Verantwortliche hierfür ist der Schuldige. Es geht hierbei nicht um die Suche nach dem Sündenbock, sondern um Verantwortlichkeit. Wenn ich jetzt entscheide gegen die Wand zu rennen, bin ich verantwortlich, Schäden an Wand oder Kopf sind meine Schuld, ich muß für sie einstehen. Wer besoffen Auto fährt und mich dabei anfährt, ist schuldig. Er muß den Schaden den er verursacht hat bezahlen. Einfaches Prinziop, oder? Warum immer alles auf die Allgemeinheit abwälzen, die davon keine Vorteile hat? In Deinem Beispiel bin ich nicht Schuld, aber in diesem Fall tirtt meine private Unfallversicherung in Kraft.
- Schon einmal etwas von Vorsorge gehört? Ich lege jetzt schon eine Menge Geld zur Seite für den worst case. Ansonsten stimme ich Deinem "Alten Eisen" Argument nicht zu. Denn in den schlimmen USA hat selbst ein 60jähriger bei entsprechender Ausbildung eine sehr gute Chance auf dem Arbeitsmarkt. Woran liegt es wohl, daß Unternehmen lieber aus Ungarn Arbeitskräfte holen, obwohl es Jugendarbeitslosigkeit und genug fähige ältere Erwerbslosen gäbe. Die Jugendliche sind zu dumm, zu faul. Erst letzte Woche habe ich zwei "Quali"dumbos zur Probe dagehabt (unter aller Sau / keine Rechtschrift / kein English / kein Hirn) und bekomme jetzt zwei nette Herren aus der Slowakei, obwohl ich mindestens sechzig ältere Erwerbslose kennen würde, die den Job ohne Probleme erledigen würden. Der Grund liegt klar auf der Hand, wie wird die Firma die alten "Säcke" wieder los ist die Frage der Frage, Kündigungsschutz und beschissene, korrupte Gewerkschaften sind die Stichwörter.
- Polen ist mir so etwas von wurscht, solange es mich als Deutschen Steuerzahler nichts kostet.
- Die Leute die in Saus und Braus leben, würde ich anhalten kräftig auf den Putz zu hauen und ihnen verklickern, daß sie mindestens drei Wohnsitze in Deutschland haben müssen inklusive 20köpfigem Servicepersonal.
- Ich stelle die arme Schlucker vor die berechtigte Alternative : mein Geld, meine Regeln oder liberale Freiheiten, kein Geld. Wir zahlen, also schaffen wir auch an. Auf Du krankes Manderl aus Emden, in München brauchen wir ein paar Jungs zum Hundehaufen aufsammeln und sortieren. Bringt Biostrom, juchu!, Auf, auf, schnell, schnell, dafür haben wir Dir Deinen Blinddarm bezahlt. Oder, I leb so wi i mog, basta, deswegen zahle ich auch pünktlich meine Versicherung. Einmal abgesehen davon, gäbe es auch noch die Wohlfahrt, also die Kirchen, die wirklich mal etwas Sinnvolleres mit den Milliarden Steuergeldern anfangen sollten, anstatt uneheliche Kinder zu verstecken.
- Zu deb Kinder und wie man welche bekommt, wäre ich in weiteren Punkten eingegangen. Ich wurde jedoch schon bei den rein finanziellen Aspekten von einem Herrn Wf etwas aufgehalten.
Der Witz ist doch, dass nicht jeder die "kariereleiter" hochklettern kann, denn es gibt "da oben" nicht unendlich viel Platz.
Heutzutage werden Arbeitsplätze rationalisiert, um das Volk zu demoralisieren und zu niedrigeren Löhnen zu zwingen, und das wird so weiter gehen, während milliardengewinne eingefahren werden - mit Hilfe der Arbeiter, die dafür lächerlich entlohnt werden. Ohne die Arbeiter hätten die Konzernführer GARNIX, aber dieser Umstand wird nicht gewürdigt. Da ist ja wohl soziale Absicherung das allermindeste.
- Spinnst Du eigentlich vollkommen, oder glaubst Du solche Scheiße tatsächlich? Richtig ist nur, daß oben nur einer oder wenige stehen können. Aber wie erklärst Du mir bitte die Bruttolohnsteigerungen, so klein sie auch gewesen sind, der letzten sieben Jahre. Ja, die bösen Unternehmer wollen bloß... Gähn, natürlich wollen Unternehmer Gewinne maximieren, ist schließlich Sinn und Zweck eines Unternehmens, aber sie sind nicht für die Regeln des Markts verantwortlich. Der Markt und der Wettbewerb bestimmen die Regeln und Preise, und wenn man nicht mehr bestehen kann, dann muß man eben die Kosten drücken. Da sollten sich die Menschen nicht beschweren, denn das gleiche Spiel spielen sie schon seit Jahrzehnten wunderbar mit und rennen fleißig zu Aldi um sich einen Fernseher Xiang Shu zu kaufen (drei vollwertige deutscher Arbeitsplatz), anstatt in eine Fachgeschäft zu gehen und einen guten Loewe Apparat zu kaufen (16 vollwertige deutsche Arbeitsplätze). Die Menschen kennen die Regeln und spielen danach, wer kann da den Zeigerfinger heben?
- Bei den meisten Konzernbossen gebe ich Dir ebenfalls recht, allesamt nur Geschäftsführere ohne Format. In Deutschlanf haben wir tatsächlich wirklich nur noch Manager und kaum noch Entrepreneurs. Aber grundsätzlich gilt : ohne Unternehmer keine Arbeit, ohne Arbeit keine Arbeiter, ergo ohne Unternehmen keine Arbeiter.
- Konsequenzen? Natürlich bin ich mir der Konsequenzen bewußt. Markwirtschaft ist das sozialste Wirtschaftssystem, weil es die größstmöglichen Vorteile für die größtmögliche Menge an Personen bietet, Verschwendung durch Wettbewerb vermieden wird etc. pp.. Größstmöglich bedeutet nicht alle. Einige bleiben auf der Strecke, c'est la vie. Zumal das Phänomen zutage tritt, nämlich daß negative Aspekte von Einzelnen sehr deutlich und scharf empfunden werden, während die Vorteile für alle nur selektiv wahrgenommen werden.
- Konsequenzen - Teil 2 - Menschen bleiben auf der Strecke, was dagegen tun, wie federt man ab? Klare erste Antwort Absicherung durch Versicherung, also Rahmenbedingungen zur Marktteilnahme (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Arbeitsunfähigkeitsversicherung...). Aber man kann niemanden gegen seine eigene Dummheit versichert werden, wer mit 200km/h gegen eine Wand fährt, ist nun einmal selber Schuld. Nächste Frage, kann man aus den Allgemeingewinne abzweigen, um den Verlierern zu helfen ? Antwort : Ja! Wer kann und soll diese zielsummenmäßige kleine Umverteiliung vornehmen und überwachen? Der Staat oder die Gesellschaft. Der Staat sollte meiner Meinung nur kontrollieren, und die Gesellschaft Umverteilen. So bleiben die Interessen gewahrt und der Staat weiter in der Rahmenordnung.
- Jeder ist seines Glückes Schmied, jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn Du diese simple Tatsache nicht akzeptieren willst, dann bitte ich sofort um die Wiedereinführung der Leibeigenschaft. In diesem Fall bin ich dann nämlich auch bereit alles zu alimentieren.
- Arbeitslose Lehrer sind aber tatsächlich strohdumm, den in BW, HS und BY werden Lehrkräfte wie blöde gesucht, aber wenn man sich dafür entscheidet in Berlin zu bleiben, ist man eben selber Schuld.
- Das in Zukunft das akademische Studium kostenpflichtig wird, liegt leider daran, daß wir einfach zu viel Geld für Soziales rauswerfen. Der Berliner Lehrer, der die offene Stelle im Hasenbergl nicht besetzen wollte, kostet einfach zu viel. Wäre im übrigen auch noch in der Liste aufgetaucht, nach den finanziellen Aspekten (erst braucht man Geld, bevor man es ausgeben kann) : Umgestaltung der höheren Schulen auf Bedürfnisse der Universitäten, Schluß mit dem Krampf Sport / Englisch LKs, um anschließend Philosophie zu studieren; Übernahme des UCAS Systems (Uni gibt für Studiengänge LKs, Noten vor, eventuelle Aufnahmeprüfung für Elitefakultäten [Oxford & Cambridge], Schüler bewirbt sich anhand seiner Erwartungen); Kostenfreies Studium; Kostenpflichtiges Campusleben (Stellung von Wohnung, Verpflegung, Kommunikation, Lehrmittel und Transport) gegen Semestergebühren (hierbei starke Subventionierung aus Steuermitteln, anhand der Leistungen).
- Richtig die Armen, bleiben in der Regel arm und die Reichen werden reicher, bis auch sie abstürzen. Ein Aufstieg ist harte Arbeit und geht über Generationen. Aber entgegen Deiner negativen Meinung funktioniert dies in den bösen USA recht tadellos, selbst in UK haut es ganz gut hin. Selbst in Deutschland haben wir in den letzten zehn Jahren zahlreiche prominente Aufsteiger erlebt. Glück kann sicher nicht schaden, aber harte Arbeit und die richtigen Entscheidungen ermöglichen den Aufstieg.
- Moralisch betrachtet erscheint es so als, wären die von Dir aufgezählten Errungenschaften tatsächkich zum Zwecke eines friedlichen, harmonischen Zusammenlebens aller entstanden. Moralisch ist ein Menschenleben auch unbezahlbar. Historisch betrachtet gründen diese Errungenschaften und Leistungen auf den wirtschaftlichen Vorteilserwartungen aller Marktteilnehmer. Das Strafrecht erfüllt die Erwartungen nach Schutz und körperlicher Unversehrtheit. Die Marktteilnehmer richten ihre Anstrengungen in legalem Rahmen aus. Der Kündigungsschutz schützt den Arbeitnehmer vor Ausbeutung, der Arbeitsgeber kann sich seiner Arbeitskraft sicher sein. Gegenseitige Vorteilsnahme ist das Schlüsselwort, Rahmenbedingungen das andere.
- Den allermeisten sollte es gut gehen, nicht allen. Du kannst ja jagen gehen, aber Vorsicht leg Dich nicht mit der WWF Mafia an. Wir hätten keine Vorteile in der Anarchie. Die Anarchie, das alle gegen alle (Hobbes) wird erst durch das Vorteilsstreben beendet (Vertragstheorie).
unsere Arbeitszeit derart beschränkt, dass wir praktisch kein Leben mehr haben
- Typischer freudscher Versprecher?