Financial Times Deutschland
Telekom steigt in DSL-Preiskampf ein
von Kristina Spiller, Hamburg
Die Deutsche Telekom gibt dem immensen Preisdruck der Konkurrenz im wichtigen Markt für schnelle DSL-Internetangebote nach. Am Dienstag kündigte die Telekom-Tochter T-Online überraschend einen Preisrutsch um 50 Prozent für das schnelle Surfen zum Pauschalpreis an.
Kampf um die Städte: Die Rivalen der Deutschen Telekom im DSL-Markt in ausgewählten GroßstädtenFür den Kampf um Marktanteile nimmt die Internetsparte des Konzerns sogar in Kauf, dass der Umsatz im laufenden Jahr um 400 Mio. Euro geringer ausfällt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll aber weiter die geplanten 300 Mio. Euro erreichen, sagte T-Online-Chef Rainer Beaujean.
Der Preiskampf im Internetmarkt trifft die Telekom hart, denn die dortigen Erlöse sollen den Umsatzschwund im Festnetz ausgleichen. Im Februar hatte der Konzern bereits seine Gebühren für Festnetztelefonate um bis zu 60 Prozent fast auf das Niveau der Konkurrenz gesenkt.
Rivalen wie Arcor, Hansenet und Versatel haben die Telekom durch ihren aggressiven Preiskampf nun gezwungen, auch im DSL-Geschäft mitzuhalten. Mit Blick auf den "dramatischen Preisverfall", den die Konkurrenz eingeläutet habe, sagte T-Online-Chef Beaujean der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir kennen das aus Frankreich. Da hat Wanadoo als Marktführer fast ein Jahr mit einer Reaktion gewartet. Daraus haben wir gelernt und handeln daher schneller." In Großstädten hat die Telekom im DSL-Geschäft bereits hohe Marktanteile an die Rivalen verloren. So hält der Internetanbieter Hansenet in Hamburg bereits 50 Prozent des DSL-Marktes in seiner Hand und hat sich auf weitere Städte ausgedehnt.
DSL ermöglicht blitzschnelles Herunterladen von Bildern und Videos
Zum Monatsanfang hatte Hauptrivale Arcor seinen DSL-Pauschaltarif auf monatlich 4,95 Euro halbiert. Um nicht mehr Marktanteile als bisher im Internetgeschäft zu riskieren, senkt T-Online seine Monatspauschale ab Juli von 29,95 Euro auf 14,95 Euro. Kunden, die abspringen wollen, versucht die Telekom nach FTD-Informationen aus Konzernkreisen mit ihrer Billigmarke Congster zu halten. Deren Mitarbeiter sollen per Anruf abspenstige Nutzer zurücklocken.
Da T-Online der Telekom-Festnetzsparte bereits relativ hohe Kapazitäten für ihre DSL-Angebote abkaufe, würden die durch den geringeren Preis zu erwartenden neuen Kunden die Auslastung und damit die Effizienz erhöhen, sagte ein Firmensprecher. Daher drücke das Umsatzminus nicht auf den Gewinn.







