Chinas Führung ist zunehmend besorgt über die zersetzenden Einflüsse von Computerspielen auf die Bürger der Volksrepublik. Nun soll die Zensur verstärkt werden, besonders die für Online-Rollenspiele. Da könnte, fürchtet man in Peking, subversives, gar pornographisches durchs Netz in chinesische Internet-Cafés strömen. Man wolle "Bedrohungen der Staatssicherheit" eliminieren und "Jugendliche davor bewahren, süchtig zu werden", meldete die Nachrichtenagentur Xinhua.
Onlinespiele sind in China extrem populär, etwa 13,8 Millionen sollen dort regelmäßig im Netz spielen. Dabei sind die chinesischen Gamer gelegentlich geradezu fanatisch, es hat sogar schon Morde wegen Streitigkeiten um Onlinespiele gegeben.
Lange Geschichte von Zensur und Kontrolle
Neue Standards sollen Entwickler nun zwingen, Spiele abzuändern, wenn die Behörden dies wünschen. Außerdem soll eine Gruppe von "Qualitätsspielen" designiert werden, die den Bewohnern der Volksrepublik gefahrlose Unterhaltung bieten können. Bis September soll die Zensurwelle abgeschlossen sein.
China hat eine lange Geschichte nicht nur der Zensur von Webinhalten, sondern auch von Computerspielen. Das Sportspiel "Soccer Manager 2005" etwa wurde verboten, weil darin Taiwan, Hongkong und Tibet als souveräne Staaten eingestuft werden, während China diese Länder zu seinem eigenen Territorium zählt.
Die neue Kampagne soll auch Software-Piraterie und "illegales Verhalten" bestrafen, das Urherberrechte verletze oder die Ordnung des Marktes störe, berichtet Xinhua. Im vergangenen Jahr haben chinesische Gamer laut Reuters 240 Millionen US-Dollar für ihr Hobby ausgegeben. Bis zum Jahr 2008 werden Umsätze bis 1,5 Milliarden Dollar erwartet. Bislang verdienen an dem rasant wachsenden Markt aber vor allem ausländische Hersteller, vor allem Südkoreaner: 70 Prozent des chinesischen Marktes für Onlinespiele ist in ihrer Hand.
"Unsere Kinder werden zu Monstern"
Auch amerikanische Gesetzgeber machen sich Sorgen über den schädlichen Einfluss von Computerspielen auf die Jugend. Am Samstag wurde in Illinois ein Gesetz verabschiedet, das es Minderjährigen erschweren soll, an gewalttätige Games zu kommen. Der demokratische Gouverneur Rod Blagojevich hatte den Vorschlag eingebracht, nachdem er von dem Spiel "JFK Reloaded" gehört hatte, in dem der Spieler die Ermordung von John F. Kennedy nachspielen kann - aus Sicht des Attentäters.
Nach dem neuen Gesetz können in Illinois jetzt Verkäufer in Computergeschäften persönlich belangt werden, wenn sie einem Minderjährigen ein nicht freigegebenes Spiel verkaufen. 1000 Dollar Strafe könnte einem sorglosen Angestellten nun drohen. Das neue Gesetz werde Eltern, die heute "nie da gewesenen Herausforderungen" gegenüberstünden ihre "Arbeit erleichtern", sagte Blagojevich der "Washington Post". Kritiker dagegen bemängeln, die Kriterien dafür, was nun jugendgefährdend sei und was nicht, seien unklar, Verkaufspersonal werde zur "Gewaltpolizei" umfunktioniert.
Ähnliche Gesetzesvorlagen sind in den USA bereits mehrmals von Bundesgerichten zurückgewiesen worden. So erklärte ein Bundesrichter ein Gesetz aus dem Staat Washington für ungültig, weil es Spiele anders behandeln sollte, in denen Gewalt gegen Polizisten ausgeübt werden kann. Gewalt gegen andere Personen wurde als weniger bedenklich eingestuft. Der Richter wertete dies als Verstoß gegen die Redefreiheit. In verschiedenen anderen Staaten wurden Gesetze wegen ähnlicher Ungereimtheiten abgelehnt.
Das Gesetz in Illinois jedenfalls erfreute sich im dortigen Repräsentantenhaus großer Zustimmung: 106 Abgeordnete stimmten dafür, nur 6 dagegen. Wie bei diesem Thema üblich, gab es in der Debatte höchst emotionale Töne zu hören. Die Demokratin Monique Davis etwa betonte, man müsse Eltern helfen, ihre Kinder vor Sex und Gewalt zu schützen: "Lassen Sie sie nicht zu den Monstern werden, die wir in diesen gewalttätigen Spielen sehen", sagte die Abgeordnete.
Quelle: Spiegel Online
Bei solch einer immensen Zahl, finde ich daran überhaupt nichts ungewöhnliches.Onlinespiele sind in China extrem populär, etwa 13,8 Millionen sollen dort regelmäßig im Netz spielen. Dabei sind die chinesischen Gamer gelegentlich geradezu fanatisch, es hat sogar schon Morde wegen Streitigkeiten um Onlinespiele gegeben.
Auch wenn da jemand ziemlich spät auf ein Medium aufmerksam gemacht wurde, find ich die Entscheidung richtig, vorallem deswegen, weil wir uns immer nach vorne bewegen und die Spiele immer mehr realistischer werden.Der demokratische Gouverneur Rod Blagojevich hatte den Vorschlag eingebracht, nachdem er von dem Spiel "JFK Reloaded" gehört hatte, in dem der Spieler die Ermordung von John F. Kennedy nachspielen kann - aus Sicht des Attentäters.
