Ich habe diese Kolumne erst jetzt gesehen...
Sie beschreibt doch ziemlich genau das, was ich von Anfang an gegen solch ein System hatte.
Jemand anderes kontrolliert, ob
Ich ein für den üblichen Vollpreis
gekauftes (nicht geliehen oder sonstwas in der Art) Spiel spielen kann. Das ist schlicht und einfach nicht akzeptabel.
Dabei ist es unerheblich ob die (ohnehin sehr uneindeutige) EULA das Recht auf das Spiel nun wirklich auf 30 Tage beschränkt oder nicht. De facto hat Valve die Macht, mir das Spiel nachträglich wieder zu sperren, und ob Valves Macht überhaupt irgendwie kontrolliert werden kann ist fraglich. Wenn es darauf ankommt wird der kleine User doch ohnehin keine Chance haben, weil sich Valve sicher die besseren Anwälte leisten können, die in solchen Lizenzbestimmungen ohnehin erfolgreich alles zu ihren Gunsten hineininterpretieren können.
Half Life 2 - oder besser gesagt Steam - hat für die Spieleindustrie einen Weg aufgezeigt, der mir ganz und gar nicht gefällt. Meine (zugegeben negative) Befürchtung ist, dass in 5 Jahren die meisten Spiele nur noch über sowas wie Steam verkauft werden. Dann haben wir folgende ganz und gar nicht tolle Situation:
- Materielle Werte (Ansprechende Hülle, dauerhafter Datenträger und gedruckte Anleitung) gibt es nicht mehr bei Spielekauf.
- Kein Sammlerwert mehr.
- Man kann keine Spiele mehr weiterverkaufen.
- Der Entwickler bekommt meine persönlichen Daten, die ihn nicht die Bohne angehen. Noch dazu sind diese Daten immer auf Internet-Server vorhanden, Hacker-Angriffe auf meine persönlichen Daten sind immer die Gefahr.
- Fremde Personen können mir jederzeit das Spielen eines gekauftes Spiels unmöglich machen.
- Online-Zwang.
Das alles ist für ein
Spiel einfach nicht zu tolerieren.
Nur leider ist das Fanboytum größer, und solche Kritik wird von sehr vielen Fanboys auf ignorante Art und Weise komplett ignoriert - wie der Link von morq eindrucksvoll beweist. Man muss es natürlich nicht so düster sehen wie ich, aber wenn man laut diesen Fanboys als Spieler alles akzeptieren muss nur weil es zu Valve's Wohl ist (ein anderes Argument war im Link von morq nicht zu erkennen) dann wirkt das auf mich einfach dumm und ignorant. Ich will nicht vom Entwickler abhängig sein. Die Entwickler müssen von mir als Käufer abhängig sein. Die Entwickler müssen mir als Käufer etwas bieten!
Lustig auch wie dort die Tatsache gerechtfertigt wird, dass auch legal erworbene Spiele gesperrt werden. Wenn du im Geschäft ein Produkt legal kaufst und einen Monat später im gleichen Geschäft Etwas klaust, dann wird das vorher legal gekaufte Produkt doch auch nicht wieder eingefordert - wäre ja auch absolut hirnrissig. Aber Valve darf das, weil Half-Life 2 ja so geil ist... *kopfschüttel*
Und dann noch die Behauptung, dass man als Deutscher ohnehin nichts Amerikanisches kritisieren darf... soviel Dummheit tut nun wirklich weh.
Nunja, erst einmal ist es ja nur bei Half-Life 2 so, ein Spiel das mir am Arsch vorbei geht. Aber wenn es wirklich die Regel wird dann werde ich eben ein anderes Hobby suchen müssen. Oder immer Retro bleiben - gibt ja breits heute mehr als genug Zocker-Stoff für ein ganzes Leben.
