Vermutlich haben schon sehr viele einmal ein Beat 'em Up gesehen, das vom rein spielerischen her
absolut makellos war und auch von der Story her [der alten Achillesferse des Beat'em Up-Genres]
einigermaßen überzeugt hat -aber viel zu wenig Charaktere hatte, um für einen fortgeschrittenen
Spieler eine Art Langzeitmotivation zu bieten. Das ist bei unserem heutigen Kandidaten mit Namen
""Fighters Megamix"" definitiv nicht der Fall -inklusive versteckter Charaktere tummeln sich hier
sage und schreibe 32 Kämpfer auf dem Silberling. Und 22 Startcharaktere sind auch nicht gerade
eine alltägliche Anzahl... Zwar sind die meisten Charaktere schon bekannt aus Virtua Fighter und
Fighting Vipers, den beiden größten Hitserien aus dem Hause AM2, aber es gibt einige Neuerungen
bei den Moves und dem Design der altbekannten Charaktere, zudem sehr seltsame und ausgefallene
Bonuscharaktere, die unter anderem aus dem leider nie verwirklichten Sonic-Beat 'em Up-Projekt
""Sonic The Fighters"" oder dem Fun-Titel ""Virtua Fighter Kids"" stammen.
Und man sollte nicht denken, dass bei der großen Masse an Kämpfern wenige Unterschiede zwischen
ihnen feststellbar sind. Ähnlich wie bei den Streetfighter- und Tekken-Serien kann das geübte
Auge problemlos diverse Kampfsporttechniken erkennen, die die verschiedenen Charaktere
beherrschen. Das Spektrum reicht bei 32 Kämpfern dementsprechend weit, von klassischem Karate
und Judo über Wrestling-Techniken bis hin zu Bärenkampf und den sehr comicartigen Kampfstilen
der Sonic The Fighters-Charaktere. Wie stets ist AM2 das sehr gut gelungen, wofür sie in diesem
Fall für so viele Charaktere ein großes Lob verdienen.
Zwar ist ein weiteres Mal wieder absolut keine interessante Hintergrundgeschichte vorhanden,
aber bei dieser Masse an Kämpfern ist auch so eine Menge Zeit verbraucht, ehe mal auch nur einige
Charaktere annähernd beherrscht werden...
Natürlich gibt es kleine Belohnungen, wenn der eine oder der andere Kurs im Einzelspielermodus
gemeistert wird, meist sind es neue Optionen und ein paar Portraits einzelner Charaktere, die
nach dem Freispielen beliebig oft angeschaut werden können.
Insgesamt gibt es neun verschiedene Kurse, die alle verschiedene Oberthemen haben, nach denen die
dort vorkommenden Gegner ausgewählt wurden. So gibt es reine Männer- und Frauenkurse oder auch
welche, die nur VF- oder FV-Charaktere beinhalten. Eines haben jedoch alle Kurse gemein: es gibt
stets sechs normale Gegner und dann das finale Match gegen einen zuerst unbekannten Charakter,
der nach einem Sieg dann auch spielbar wird.
Im letzten Kurs ""I"" beispielsweise muss gegen einige vorhergehende Endbosse angetreten werden,
ehe sich der allerletzte Gegner zum Gefecht stellt...
Es ist Hornet, das bekannte Auto aus Daytona USA -und ohne jeden Zweifel einer der bizarrsten
Charaktere, die jemals in einem Beat 'em Up vorkamen...
Neben dem 1P-Mode gibt es ebenfalls noch die Mehrspieler-Modi Versus und Team Battle und einen
dreigeteilten Survival-Mode, in dem entweder drei, sieben oder gar fünfzehn Minuten lang versucht
werden darf, den Attacken der Gegner standzuhalten und einen neuen Rekord aufzustellen.
An dem man sich übrigens, genau wie an den besten Ergebnissen im 1P-Modus jederzeit im speziellen
Records-Menü erfreuen kann. Als letztes gibt es noch den unverzichtbaren Training-Mode, der
zwar leider nicht mit einem programmierbaren Gegner aufwarten kann, aber dafür erlaubt, alle
möglichen Moves nach und nach mit steigendem Schwierigkeitsgrad zu trainieren,was wirklich
hilfreich ist, um sie tatsächlich zu ERLERNEN.
Einziges größeres Manko: Im Training-Mode werden keine Moves für die versteckten Charaktere
angezeigt, also müssen diese selbstständig und langwierig herausgefunden und gelernt werden.
Allerdings macht dies bei den meisten Spezial-Charakteren auch wirklich Spass, da es meistens
doch einige wirklich strangen Moves gibt...
Über die Grafik ist eigentlich nur zu sagen, dass sie klar scheitert an einem Vergleich mit
Virtua Fighter 3 oder Virtua Fighter 4 oder aktuellen Vertretern des Genres. Aber für die
damalige Zeit ist sie iinklusive der Animationen AM2-typisch ziemlich state-of-the-art und wurde
auf dem Saturn meiner Ansicht nach nur noch von ""Dead or Alive"" übertroffen.
Musikmäßig haben wir ein weiteres typisches Beat 'em Up-Problem: Zwar ist die Musik stellenweise
und charakterbedingt recht mitreißend, aber leider größtenteils eher unauffällig im Hintergrund.
Dafür kommen die genial gelungenen Soundeffekte und Voice-Samples umso besser heraus, so dass
der Musik/Sound-Bereich insgesamt nicht wirklich schlecht abschneidet.
Tja,was bleibt abschließend zu sagen? Ich persönlich finde, dass ""Fighters Megamix"" neben
""Dead or Alive"" DAS Beat ´em Up für den Saturn ist und schon durch die reine Menge an spielbaren
Charakteren, die immer noch beeindruckend ist, auch heute noch sehr empfehlenswert ist. Zwar
nicht die Art ""Kauf Dir einen Saturn und Fighters Megamix gleich dabei""-empfehlenswert, aber auf
jeden Fall empfehlenswert.
Die paar Euro Investition für eine gebrauchte CD, wenn ein Saturn schon vorhanden ist und dieses
Spiel noch fehlt in der Sammlung, würde ich schon sinnvoll nennen. Und natürlich gibt es ja auch
noch andere Möglichkeiten, Videospiele zu erwerben heutzutage...
Auf jeden Fall sollte man aber ausreichend Zeit haben -denn man kann sich lange mit sehr vielen
Charakteren beschäftigen hier.
FIGHTERS MEGAMIX (AM2, Sega)
Beat 'em Up
Schwierigkeit: von leicht bis ziemlich hart (in 3 Stufen einstellbar)
System: Sega Saturn
Andere Systeme: nope
[Es sollte auch für die Arcade umgesetzt werden, wurde es meines Wissens nach wegen der wichtigeren
Projekte ""Virtua Fighter 3"" und später ""Virtua Fighter 4"" aber nie...]
Features: 32 Charaktere, 5 Modi, automatisches Speichern
Spieler: 1-2
Grafik: 75%
Animation: 80%
Musik: 65%
Sound-FX: 85%
Handhabung: 80%
Dauerspass: 85%
Story/Setting: 40%
WERTUNG: 73%

