Silver (Dreamcast)
Verfasst: Di Nov 09, 2004 7:42 pm
Seid gegrüsst Wanderer! 
Da ich der Meinung bin dass das überaus wichtige Subforum "Retroplayers-Favoriten" deutlich zuwenig Beachtung findet überwinde ich mich heute schweren Herzens eines meiner ersten Reviews in der Retrozone zu veröffentlichen.
Ich hoffe den hohen Erwartungen von Rpgmaniac-No1 gerecht werden zu können und dass sich auch sonst niemand persönlich beleidigt fühlt, sollte ich sein Lieblingsspiel mit meinen Zeilen entweiht haben oder so.
Viel Spass.

Entwickler: Infogrames
Publisher: Infogrames
Erschienen: 1999
Genre: Action-RPG
Mehrspieler: Nein
Systeme: Dreamcast, PC
Silver, das im April 1999 erschienen ist, war ganz sicher kein gewöhnliches Rollenspiel. Es wurde von der Firma Infogrames entwickelt und ist ein eher fernöstlich angehauchter Mix aus Adventure und Rollenspielelementen, das viele auch als Action-Adventure bezeichnen. Aufsehen erregte das Spiel Silver nicht durch die eher schlichte Technik, sondern vor allem durch das außergewöhnliche Kampfsystem, das bis heute Seinesgleichen sucht.
Die Geschichte handelt vom namensgebenden Silver, der einen Pakt mit dem Oberschurken Apocalypse geschlossen hat. Dieser möchte die Herrschaft des Landes Jarrah an sich reißen und benötigt dazu 100 sterbliche Frauen als Opfer, die ihm Silver beschaffen soll, der dafür mit unvorstellbarer Macht ausgestattet wird. Silver schickt seinen Sohn Fuge los, um Frauen aus den umliegenden Dörfern auszusuchen, mit dem Vorwand eine Frau für seinen Vater zu finden. Da die Frauen allerdings gegen ihren Willen aus den Orten verschleppt werden nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Als Jennifer, die Frau der Hauptfigur Dave, ebenfalls verschleppt wird, macht sich dieser auf um Silver Einhalt zu gebieten, koste es was es wolle.
Mit einigen Freunden macht sich Dave nun auf, um durch idyllische Wälder, unterirdischen Felslabyrinthe und gut bewachte Städte zu ziehen und dabei gegen allerlei Kreaturen zu kämpfen. Mit dem Besiegen der zahlreichen Monster und Horden von üblen Schergen steigen langsam die Fähigkeiten der Party, was es möglich macht auch schwierigere Kämpfe und Herausforderungen zu bewältigen. Im Laufe der langen Reise trifft Dave dabei auf viele Personen, wobei jede ihre eigenen besonderen Fähigkeiten mitbringt, um damit die Möglichkeiten der Party zu erweitern. Die einzelnen Fähigkeiten von zum Beispiel der Schwertkämpferin Vivienne, der netten Sekune, die besonders gut mit Fernkampfwaffen umgehen kann bieten ein breites Experimentierfeld für besondere Kampftaktiken im späteren Spiel. Auch Magier und Nahkämpfer treten mit der Zeit der Party bei, was die Fähigkeiten der Gruppe komplettiert.

In den Kämpfen sind die magischen Fähigkeiten der einzelnen Personen unumgänglich, da vor allem die Kreaturen später im Spiel sich nicht besonders von den konventionellen Waffen wie Schwert und Axt beeindrucken lassen. Die einzelnen Zaubersprüche sehen sehr gut aus und demonstrieren eindrücklich, dass auch die niedrige Auflösung von 640x480 nicht zwangsläufig schlechte Grafik zur Folge haben muss. Die Zauber ergänzen sich mit den Nahkampfwaffen perfekt und es ist ein Freude zu beobachten, wie zum Beispiel Eisgegner auf einen Feuerzauber reagieren. Die ganze Mechanik im Kampf wie auch die direkte Maussteuerung kann man nur als ausgesprochen durchdacht bezeichnen.
Das Spiel steuert sich in Dörfern wie im Kampf ähnlich einem Point-and-Klick-Adventure, also nichts Besonderes könnte man meinen. Versucht man sich allerdings in der ersten Schlacht stellt man bald fest, dass Silver steuerungstechnisch deutlich mehr bietet als vergleichbare Rollenspiele. Durch das Halten der Strg-Taste in Verbindung mit dem geschickten Bewegen der Maus sind raffinierte Schwerthiebe möglich, man kann ausweichen und parieren. Das alles spricht für die Steuerung des Spieles, allerdings wird der Vorteil der durchdachten Maussteuerung durch die Unübersichtlichkeit der Schlachtfelder und der schieren Übermacht der Feinde leider zum Grossteil zunichte gemacht. Es bleibt eine innovative Steuerungsidee, die nicht konsequent genug im Spiel umgesetzt wurde.
Auf der technischen Seite bietet Silver eine auch 1999 nicht mehr zeitgemäße Auflösung von den bereits erwähnten 640x480 Bildpunkten, was wohl daran liegt dass Silver zeitgleich auch für SEGA´s Konsole Dreamcast umgesetzt wurde. Dies ist nicht zwangsläufig ein Nachteil, allerdings wäre aus dem PC deutlich mehr herauszuholen gewesen. Die zum Teil vertikal und horizontal scrollende Umgebung macht einen soliden Eindruck, auch wenn sich die Polygonfiguren wie auch im gleichzeitig erschienenen Final Fantasy VII nicht immer perfekt in den Hintergrund einfügen. Diese Tatsache lässt sich aber verschmerzen, angesichts des liebevollen Design´s der Figuren, die über so manche technische Unzulänglichkeit hinwegsehen lassen. In den Locations kommt es auch häufig vor, dass Items von Teilen der Hintergrundgrafik überdeckt werden, oder dass weiter entfernte Polygonobjekte zu einem unansehnlichen Pixelbrei verkommen. Das ist vor allem in Kämpfen ungemein störend und kann dazu führen, eine Schlacht zu verlieren da man einfach nicht erkennen kann was sich gerade auf dem Bildschirm abspielt.

Soundtechnisch bietet Silver allerdings einiges. So ist eine solide deutsche Sprachausgabe zu hören, was leider auch heute noch nicht Standard ist. Sehr gut! Der guten Sprachausgabe steht leider eine etwas unmotivierte Geräuschkulisse gegenüber, die sich nicht immer perfekt in das Geschehen auf dem Bildschirm einfügt, jedoch nicht störend wirkt. Das gilt allerdings nicht für die Hintergrundmusik, die vortrefflich die Fantasy-Atmosphäre einfängt und mit einem großen Spektrum an Musikstücken aufwarten kann. Es sind da ruhig-romantische Stücke genauso zu finden wie auch klassische Orchestermusik, die sich nahezu immer perfekt dem Geschehen anpasst.
Weitere Kritikpunkte von Silver sind die leider etwas zu langen Ladezeiten und das Fehlen der Möglichkeit, an jeder beliebigen Stelle zu speichern. Das ist ebenfalls darauf zurückzuführen dass das Spiel für verschiedene System zugleich entwickelt wurde.
Wäre es möglich an jeder beliebigen Stelle im Spiel zu speichern und würden die Kämpfe nicht unter enormen Übersichtsproblemen leiden, hätte Silver sicher größeren kommerziellen Erfolg gehabt, da es sich ja gut gegen seinen Konkurrenten Final Fantasy VII behaupten konnte.
Es bleibt ein bemerkenswertes Spielkonzept in einem Rollenspiel, das sowohl in technischer als auch in spielerischer Hinsicht Überdurchschnittliches bietet und somit jedem Fan des Genres uneingeschränkt empfohlen werden kann!
geschrieben von Q-Marine
Da ich der Meinung bin dass das überaus wichtige Subforum "Retroplayers-Favoriten" deutlich zuwenig Beachtung findet überwinde ich mich heute schweren Herzens eines meiner ersten Reviews in der Retrozone zu veröffentlichen.
Ich hoffe den hohen Erwartungen von Rpgmaniac-No1 gerecht werden zu können und dass sich auch sonst niemand persönlich beleidigt fühlt, sollte ich sein Lieblingsspiel mit meinen Zeilen entweiht haben oder so.
Viel Spass.

Entwickler: Infogrames
Publisher: Infogrames
Erschienen: 1999
Genre: Action-RPG
Mehrspieler: Nein
Systeme: Dreamcast, PC
Silver, das im April 1999 erschienen ist, war ganz sicher kein gewöhnliches Rollenspiel. Es wurde von der Firma Infogrames entwickelt und ist ein eher fernöstlich angehauchter Mix aus Adventure und Rollenspielelementen, das viele auch als Action-Adventure bezeichnen. Aufsehen erregte das Spiel Silver nicht durch die eher schlichte Technik, sondern vor allem durch das außergewöhnliche Kampfsystem, das bis heute Seinesgleichen sucht.
Die Geschichte handelt vom namensgebenden Silver, der einen Pakt mit dem Oberschurken Apocalypse geschlossen hat. Dieser möchte die Herrschaft des Landes Jarrah an sich reißen und benötigt dazu 100 sterbliche Frauen als Opfer, die ihm Silver beschaffen soll, der dafür mit unvorstellbarer Macht ausgestattet wird. Silver schickt seinen Sohn Fuge los, um Frauen aus den umliegenden Dörfern auszusuchen, mit dem Vorwand eine Frau für seinen Vater zu finden. Da die Frauen allerdings gegen ihren Willen aus den Orten verschleppt werden nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Als Jennifer, die Frau der Hauptfigur Dave, ebenfalls verschleppt wird, macht sich dieser auf um Silver Einhalt zu gebieten, koste es was es wolle.
Mit einigen Freunden macht sich Dave nun auf, um durch idyllische Wälder, unterirdischen Felslabyrinthe und gut bewachte Städte zu ziehen und dabei gegen allerlei Kreaturen zu kämpfen. Mit dem Besiegen der zahlreichen Monster und Horden von üblen Schergen steigen langsam die Fähigkeiten der Party, was es möglich macht auch schwierigere Kämpfe und Herausforderungen zu bewältigen. Im Laufe der langen Reise trifft Dave dabei auf viele Personen, wobei jede ihre eigenen besonderen Fähigkeiten mitbringt, um damit die Möglichkeiten der Party zu erweitern. Die einzelnen Fähigkeiten von zum Beispiel der Schwertkämpferin Vivienne, der netten Sekune, die besonders gut mit Fernkampfwaffen umgehen kann bieten ein breites Experimentierfeld für besondere Kampftaktiken im späteren Spiel. Auch Magier und Nahkämpfer treten mit der Zeit der Party bei, was die Fähigkeiten der Gruppe komplettiert.

In den Kämpfen sind die magischen Fähigkeiten der einzelnen Personen unumgänglich, da vor allem die Kreaturen später im Spiel sich nicht besonders von den konventionellen Waffen wie Schwert und Axt beeindrucken lassen. Die einzelnen Zaubersprüche sehen sehr gut aus und demonstrieren eindrücklich, dass auch die niedrige Auflösung von 640x480 nicht zwangsläufig schlechte Grafik zur Folge haben muss. Die Zauber ergänzen sich mit den Nahkampfwaffen perfekt und es ist ein Freude zu beobachten, wie zum Beispiel Eisgegner auf einen Feuerzauber reagieren. Die ganze Mechanik im Kampf wie auch die direkte Maussteuerung kann man nur als ausgesprochen durchdacht bezeichnen.
Das Spiel steuert sich in Dörfern wie im Kampf ähnlich einem Point-and-Klick-Adventure, also nichts Besonderes könnte man meinen. Versucht man sich allerdings in der ersten Schlacht stellt man bald fest, dass Silver steuerungstechnisch deutlich mehr bietet als vergleichbare Rollenspiele. Durch das Halten der Strg-Taste in Verbindung mit dem geschickten Bewegen der Maus sind raffinierte Schwerthiebe möglich, man kann ausweichen und parieren. Das alles spricht für die Steuerung des Spieles, allerdings wird der Vorteil der durchdachten Maussteuerung durch die Unübersichtlichkeit der Schlachtfelder und der schieren Übermacht der Feinde leider zum Grossteil zunichte gemacht. Es bleibt eine innovative Steuerungsidee, die nicht konsequent genug im Spiel umgesetzt wurde.
Auf der technischen Seite bietet Silver eine auch 1999 nicht mehr zeitgemäße Auflösung von den bereits erwähnten 640x480 Bildpunkten, was wohl daran liegt dass Silver zeitgleich auch für SEGA´s Konsole Dreamcast umgesetzt wurde. Dies ist nicht zwangsläufig ein Nachteil, allerdings wäre aus dem PC deutlich mehr herauszuholen gewesen. Die zum Teil vertikal und horizontal scrollende Umgebung macht einen soliden Eindruck, auch wenn sich die Polygonfiguren wie auch im gleichzeitig erschienenen Final Fantasy VII nicht immer perfekt in den Hintergrund einfügen. Diese Tatsache lässt sich aber verschmerzen, angesichts des liebevollen Design´s der Figuren, die über so manche technische Unzulänglichkeit hinwegsehen lassen. In den Locations kommt es auch häufig vor, dass Items von Teilen der Hintergrundgrafik überdeckt werden, oder dass weiter entfernte Polygonobjekte zu einem unansehnlichen Pixelbrei verkommen. Das ist vor allem in Kämpfen ungemein störend und kann dazu führen, eine Schlacht zu verlieren da man einfach nicht erkennen kann was sich gerade auf dem Bildschirm abspielt.

Soundtechnisch bietet Silver allerdings einiges. So ist eine solide deutsche Sprachausgabe zu hören, was leider auch heute noch nicht Standard ist. Sehr gut! Der guten Sprachausgabe steht leider eine etwas unmotivierte Geräuschkulisse gegenüber, die sich nicht immer perfekt in das Geschehen auf dem Bildschirm einfügt, jedoch nicht störend wirkt. Das gilt allerdings nicht für die Hintergrundmusik, die vortrefflich die Fantasy-Atmosphäre einfängt und mit einem großen Spektrum an Musikstücken aufwarten kann. Es sind da ruhig-romantische Stücke genauso zu finden wie auch klassische Orchestermusik, die sich nahezu immer perfekt dem Geschehen anpasst.
Weitere Kritikpunkte von Silver sind die leider etwas zu langen Ladezeiten und das Fehlen der Möglichkeit, an jeder beliebigen Stelle zu speichern. Das ist ebenfalls darauf zurückzuführen dass das Spiel für verschiedene System zugleich entwickelt wurde.
Wäre es möglich an jeder beliebigen Stelle im Spiel zu speichern und würden die Kämpfe nicht unter enormen Übersichtsproblemen leiden, hätte Silver sicher größeren kommerziellen Erfolg gehabt, da es sich ja gut gegen seinen Konkurrenten Final Fantasy VII behaupten konnte.
Es bleibt ein bemerkenswertes Spielkonzept in einem Rollenspiel, das sowohl in technischer als auch in spielerischer Hinsicht Überdurchschnittliches bietet und somit jedem Fan des Genres uneingeschränkt empfohlen werden kann!
geschrieben von Q-Marine